Reisen
Meer
Erotik
Amüsant
Kontakt
Früher
Sinnig
Haftungsausschluss
Durchtrieben
Geld
Stadt
Apokalyptisch
Sex
Blümchen
Daheim
Schweigen
Parade
info(at)SexLiebeGeld.net

Blumenkübel
Haiku
Tweets
Trennung


DER BLUMENKÜBEL-ZYKLUS
Das ganze Drama in acht Gesängen


Die Ballade vom Blumenkübel-Massaker in Neuenkirchen

Ein Blumentopf ist umgefallen
Bestürzung löst das aus bei allen
Es war ein größeres Exemplar
Nichts ist seitdem mehr wie es war

Er stand vorm Altenheim zur Zierde
wohin es dann den Täter führte
Der ganze Stift um Fassung ringt
noch weiß niemand ob das gelingt

Die Zeitung schreibt einen Bericht
aufrüttelnd doch genauso schlicht
und zieht darin Parallelen
zu weiteren Vandalenfällen

Am gleichen Abend fielen Mülltonnen
der Täter war auch hier entronnen
von Dr. Göbbels abwärts der Straße
Derselbe Täter wie bei der Vase

Pflegedienstleiter Westermann
erinnert sich so gut er kann
während der Blumenkübel leckt
Die Kripo ermittelt fortan verdeckt

Sondereinheit Kübel ermittelt
wird nun in der Presse getitelt
Im Internet wächst die Empörung
Man vermutet eine Verschwörung

Tragisch den Kübel konnt niemand beizeiten
klagt die Gemeinde sterbebegleiten
Es war wie es oft ist überall
ein unerwarteter Zwischenfall

In einem Video hat sich bekannt
die Gruppe Freedom the Flowers genannt
Die Kanzlerin bricht ihren Urlaub ab
und fotografiert sich vorm Kübelgrab

Inzwischen gelingt BP mitnichten
das Kübelleck doch abzudichten
Noch immer an der Unglücksstelle
tritt Erde aus in aller Schnelle

Obama fordert dass doch sollen
nach der Tat auch Töpfe rollen
Der Saatschutz der wird eingeschaltet
und die Krise wirksam verwaltet

Im Amiland ist man perplex
und spricht von Blumenkübel-Sex
hält das für eine German position
ich halte das für eine special edition

Neil Armstrong will die Täter ächten
sagt er die Blumenkübel schächten
Für einen Menschen ein kleiner Tritt
doch für die Menschheit ein großer igitt

Auch Politiker schweigen nicht
Blumenpflege im Unterricht
fordert einer geradeheraus
Gebt ihm einen Blumenstrauß

Das Datum hat sich tief eingebrannt
in die Annalen eight third genannt
In diesem verregneten Sommer regte
sich was die Welt wirklich bewegte



Die Kübelflut oder
Lauter Kübel sind auch übel

Seht das habt ihr nun davon
kübelweise kommen Kübel schon
werden vor dem Stift abgeladen
zu heilen doch sie stiften nur Schaden

Nachdem ein Kübel dort zu Bruch ging
im Internet das Mitleid anfing
Seitdem kommen sie täglich die Fuhren
langsam stellt man danach die Uhren

Es wird Heimleiter Ewald einfach zuviel
Lasst die Kübel endlich aus dem Spiel
flammend sein Appell nun klingt
dass sein Heim nicht in Kübeln versinkt

Denn es entstehen schon Kübelphobien
deshalb sucht man nach Therapien
eine davon ist Kübel zertreten
Ups hatten wir uns das denn nicht verbeten



Der Zugriff

Polizei-Zugriff ersetzen
kann der Zugriff nicht in Netzen
solche Zahlen zu erreichen
lässt Webvordenker erbleichen

Wie kann man so was im Netz bewegen
überlegen nun Werbestrategen
was derart wuppt mit diesem Hype
und nur so zum Zeitvertreib

Kann man das geplant erzielen
müssen wir mehr nach Versehen schielen
müssen wir mehr Pleiten erzeugen
wie können wir diesen Schabernack beugen

Wie lässt sich das fürs Geschäft anwenden
wie fängt man es an wann kann mans beenden
Die Kübel-Affäre setzte Maßstäbe
es so zu probieren ist nun gang und gäbe

Was könnte den nächsten Boom auslösen
ohne dass wir ihn diesmal verdösen
wie kann man so was selbst inszenieren
Gar nicht doch ist das nicht leicht zu kapieren



Deutschlands kleinster Kreisverkehr

Ich les euch jetzt mal die Leviten
Neuenkirchen hat mehr zu bieten
als nur Blumentopf-Massaker
der Ort hält sich doch recht wacker

Deutschlands kleinster Kreisverkehr
etwa ziert die Ortschaft sehr
regelt das Verkehrsaufkommen
ohne Staus dort zu bekommen

Das ist niemand die Zeile wert
Ich persönlich find das verkehrt
Erst wenn dort umstürzt ein Kübelwagen
wird weltweit wieder die Presse nachfragen



Alle Kübel sind nun da

Alle Kübel sind nun da
alle Kübel alle
für Rosen Veilchen Vergissmeinnicht
nun zerstört die Kübel nicht
Alle Kübel sind nun da
alle Kübel alle

Alle Kübel sind nun da
alle Kübel alle
auch den Buchsbaum schließt das ein
er ist jetzt nicht mehr allein
Alle Kübel sind nun da
alle Kübel alle



Die neuen Blumenkübel

Das sind die neuen Blumenkübel
titelt die Münstersche gar nicht übel
findet auch Ewald Winnemöller
Heimleiter in seinen Augen ein Knüller

Hofft sie werden nicht wieder zerstört
was sich nun wirklich nicht gehört
Die neuen metallen vor Tritten geschützt
was ihre Haltbarkeit unterstützt

Nur eines Tages könnten sie rosten
doch dann sind wir wieder auf dem Posten



Sag mir wo die Blumen sind

Sag mir wo die Blumen sind
wo sind sie geblieben
wer sah Kübel Menschenskind
auseinanderstieben

Sag mir wo die Blumen sind
Täter liefen weg geschwind
Wann wird man je verstehen
oder wars ein Versehen



Umsturz in Neuenkirchen

Umsturz von einem Blumenkübel
war in Neuenkirchen das Übel
Jemand hat ihn umgeschmissen
der Täter blieb im Ungewissen

In der Zeitung stand es dann
UMSTURZ - Senioren Leid angetan
Die Nachricht ging bald um Welt
der Skandal wurde bloßgestellt

Von weither Solidaradressen
der Tat auch durchaus angemessen
Im Internet wuchs die Gemeinde
der Blumentopf-nicht-Umsturz-Freunde

Da schrieb wer tränenfeuchter Taste
weil er das Unglück gar nicht fasste
Noch immer tritt aus der Keramik
die Erde aus - Seniorenpanik

Bis eines Tags ein Sack umfiel
voll Reis in China selbes Spiel
Die Nachricht um den Globus rannte
den Blumentopf man nicht mehr kannte




WM-POESIE


Liebe im Sturm

Ein Stürmer war verschossen
in ein Blümlein zart
er traf sonst unverdrossen
und sein Schuss war hart

Doch dann schoss er den Elfer
das Blümlein stand im Wege
und so verschoss er selber
in Verschossenheit daneben

Das Blümlein sah es ungerührt
und war nicht mal geknickt
da hat der Stürmer dann gespürt
in was er sich verstrickt

Es gellten Pfiffe durch das Rund
die Pfiffe galten ihm
doch unser Blümlein blieb gesund
dem Stürmer wurd verziehn



Wer da

Wer ist dieser Mann da
fragte Maradonna
meinte Thomas Müller
den WM-Spiel-Knüller
damals doch jetzt weiß er
Thomas Müller heißt der



Dikta-Tor

Beim 0:7 in Pjöngjang
wurde dem Diktator bang
Das Spiel hat sich nicht ausgezahlt
es war erstmals live ausgestrahlt



Les bleus vont

Anelka Frankreichs Stürmerstar
ist nicht mehr in Afrika
flugs wurde er suspendiert
hatte den Trainer attackiert

Kabinentalk mit reichlich Schmäh
und ein Spion war in der Näh
plauderte die Sache aus
und der Anelka der war raus

Sein Team sucht nun den Verräter
Wer ist denn der Übeltäter



WM-Dorf

Was für Nationalitäten
sind in unserm Dorf vertreten
Das wusste ich nicht bisher
und seit gestern weiß ich mehr

Nach dem Siegtor von Brasilien
sind gelb-grüne Utensilien
die Fans aus dem Fenster schwenken
wer will ihnen das verdenken

Dazu dröhnen Sambatrommeln
irritiert schauen Rohrdommeln
die am Teich sich eingefunden
in den stillen Abendstunden

Ähnlich wars beim Sieg von Ghana
da waren Schwarzafrikaner
die aus Nachbars Dachmansarde
hissten die Ghana-Standarte

Und sie prosteten mir zu
Hallo guy what about you
Ich ordnete die Deutschlandfähnchen
und meine schwarz-rot-goldenen Strähnchen

Und als im Dorf das Licht ausging
der Hahn schon fast zu krähn anfing
da hatte ich die Welt gemeistert
die mich im Dorf seitdem begeistert



Verliererfrust

Was wär wenn wir gewonnen hätten
wir wären doch die Größten wetten
selbst die klitzekleinsten Gestalten
würden sich für die Größten halten

Was wär ohne diesen Verliererfrust
wir wären nonstop durch die Stadt gecruist
der Tag hätte anders angefangen
wir fühlten uns nicht so abgehangen

Wir hätten gelacht und uns gefreut
viel getrunken und es dann bereut
jetzt gehen wir in uns und suchen Ersatz
doch ist nun das nächste Spiel auf dem Platz

Jetzt bloß keine Trübsal blasen
die nächste Entscheidung trefft ihr auf dem Rasen
kneift jetzt bloß den Schwanz nicht ein
sonst könnte es das gewesen sein



Kubistisches Schauspiel

Im Oval eines Rundes
rollt eine Kugel
über das Rechteck
in ein Viereck
fünfzigtausend
kaum beschreibbare
mehrgliedrige Festkörper
leeren sich mit Brüllen
das alles liefert eine runde Linse
milliardenfach in häusliche Kuben



Romantik oval

Ein Blümelein auf grünem Rasen
wär gern Kulisse für die Hasen
doch platsch es fühlt sich matt
Blümlein ist plötzlich platt
es fühlt sich wie besoffen
ein Ball hat es getroffen
dazu treten noch Stollenpaare
dem Blümlein sträuben sich die Haare
die Romantik war nur Trick
denn jetzt regiert der Fußballkick



Januarschlaf

Schläfriger Januar
Krampfaderbäume
in Silhouetten
der Weihnachtsschmuck
nimmt ab
warten auf neue
Milde



Weißer Handschuh

Schnee berührt Zweige
sein weißer Handschuh
schüttelt Hände
als ob



Tauland

Unter dem Schnee
taucht alte Hässlichkeit auf
fällt stärker ins Auge als je
vom Weiß nicht mehr abgedeckt
die Kontraste
zum Schnee Ärger
durchfeuchtet wie Brei



Vorboten an Silvester

Von draußen ein dumpfes Böllern
von Feuerwerkskörpern versteckt
und drinnen ein Liedchen zum Trällern
das mit rein gar nichts aneckt

Die Kündigung liegt auf dem Tisch
das alte Jahr ist gelaufen
das neue kommt daher ganz frisch
was können wir uns davon kaufen



Weiße Fahnen

Erstarrte Landschaft in Weiß
die Luft ein Stahlgewand
kaum Tiere tauchen im Schnee
auf
die Bäche frieren zu
Stillstand des Wassers
der Schornstein hisst
weiße Fahnen



Der letzte Schrei

Es weckt ein lauter Hahnenschrei
die Menschen im Ort Mittenzwei
Sie sperren ihre Fenster zu
und haben damit ihre Ruh
Das ist der letzte Hahnenschrei
frühmorgens im Ort Mittenzwei



Studentenviertel

Hier dauert der Sommer länger
Tische stehn draußen
sind besetzt
Vorlesungen
der Speisekarte
für kleines Geld
ein Stück Griechenland
die Insel
wo wir herkamen
und eine Muschel
kroch in deinen Schoß
alles ist heute
oder nie
und die Hüften
locken die Hände
was kommt
nach dem Essen
freiherraus
alle Zukunft
und jetzt



Ich geh vorüber ohne Spur (Hilde Domin)

Ich geh vorüber ohne Spur
wünsch mir nur
jetzt im Sommer
frischen Schnee



TWEETS


Ärzteglück

So ein Tag
so Wunden schön wie heute
so ein Tag
wer wird vor Schmerz vergehen

So ein Tag
so hübsch verletzte Häute
ob wir uns
nach der OP noch sehen



Tropf

Ich stellte die Dusche ab da
hörte ich es tropfen
Nicht schon wieder Regen
doch der Duschkopf imitierte nur
den Sommer-Sound



In Turin

In Turin fahren die Autos
viel eleganter durch die Stadt
sagt Stefano
und immer die Berge im Blick
und das Meer nicht weit
dann macht er eine
Pause

und flink sind die Autos
auf den großen Boulevards
rollen sie aus in Parkstraßen
vor Wohnhäuser
die Jalousien
verneigen sich vor der Sonne
jetzt im Juli
die Lider geschlossen
mittags
in den Räume staut sich
Erinnerung und Sorgen
finden den Weg nicht hinaus

wie verträgt sich das
mit der Eleganz der Fahrzeuge
und in der Ferne
schimmern die Alpen verlockend
wo die Autos verlieren
sich und die Tiere versammeln
in aller Ruh



Tragende Teile

Der Herbst trägt uns
die letzten Sommerreste hinterher
wir blinzeln die Bäume an
die sich entblättern



Wassernixen

An Sonnentagen tricksen
etliche Wassernixen
baden salopp
in der Sonne so als ob
es sich da um Wasser handelt
wie die Sonne doch verwandelt



Versteckspiel

An manchen Küsten
kühne Listen
Krebse in Muscheln
sie wollen nur kuscheln



HAIKU


Freikunst


Die Kunst ist sich in
Freiheit zu wähnen und die
Grenzen zu spüren



Rahmen schwarz

Was immer auch du
jemals tust ein Rahmen bleibt
in dem du es tust



Gegen-Satz

Drinnen im Hause
Lärm der Handwerker draußen
zwitschern die vögel



Beginn mit Noch

Der Herbst beginnt das
kann nicht sein die Bäume sind
noch grün nicht allein



Ihres Vertrauens

Neue Bankhäuser
eröffnen schüren wieder
neues Vertrauen



Ferner Idyllen

Irgendwo muss es
sie doch geben diese Art
ferner Idyllen



Verklebt

Die schöne Welt auf
Plakaten verklebt ist auch
Hoffnung nicht nur Schein



Heikos Haiku

Erfindet Heiko
irgendwann so einen Hai
ku dann genau so



Vermisst

Wenn Du was vermisst
und unglücklich bist
das Haar in der Suppe
die Lieblingspuppe

Das Lächeln am Morgen
ein Tag ohne Sorgen
das Heft in der Hand
Vertrauen als Pfand

Die Äpfel gereift
die Liebe umschweift
Berührung empfindlich
die Freude fast kindlich

Den Tag zum Erneuern
Sehnsucht zu befeuern
die ehrliche Haut
Laute nicht laut

Vermisst Du das sehr
und wünscht es dir her
dann sag mir warum
ich kümmer mich drum



Gib mir einen Kuss

Gib mir einen Kuss
der bis zum Abend hält
wenn die Sonne versinkt
in der Untergangswelt

Gib mir einen Kuss
der den Tag überdauert
und nicht nur nach
dem nächsten lauert

Gib mir einen Kuss
und dann in der Nacht
noch einen was
hast Du denn gedacht



Touristen

Der Vorübergehende
trifft das Bleibende
das Vorübergehen
bleibt



Wie abgefahren

Doch der Zug
Träume winken
hinterher ihm
hinken



Du bist

Du bist für mein Gefühl die Offenbarung
Du bist die Hand auf meinem nackten Bauch
Du bist die reifste Frucht am Baum der Paarung
Und wie Du bist und ich empfinde bin ich auch

Du bist das Braun von deinen dunklen Augen
Du bist das Schwarz von Deinem Lockenhaar
An diesen Gipfeln Deiner Brüste möcht ich saugen
Du bist das Stöhnen das bis eben Kichern war

Du bist Verlockung Deiner vollen Lippen
Du bist einmalig die Umrundung wie Dein süßer Po
Du bist die zähe Zartheit Deiner Rippen
Und die Verwundung spiele ich darunter so

Du bist der Blick der mehr tut als versteht
Du bist Erklärung Deiner eigenen und andern Welt
Du bist Gedanke der so gut ist wies mir geht
Du bist die Antwort auf die Frage ungestellt



Andere

Andere fliegen weg
tun ihr Leichtes
und ihr Gepäck
ein Trolley Erreichtes

Sorgen sehen anders aus
in ihrem Innern klebt
nicht die Furcht Garaus
die über vielem schwebt

Wie fühlt es sich an wohl
über Runden zu kommen
aufs Geradewohl
nicht gefährlich verschwommen



Setzen lassen

Setz dich still in eine Ecke
lass dich vom Verkehr umbrausen
und das alles nur zum Zwecke
krieg aus deinem Kopf die Flausen

Sieh die Menschen wie sie suchen
Eingangstüren Knopf Berührung
und sich bücken dabei fluchen
fehlt es an Kontakt Verführung

Frag dagegen wer du bist
was du hast und was du magst
was du lieber ganz vergisst
wo du gern am Tage tagst



Parade

Die Wolken haben sich uniformiert
weiß sind sie angezogen
in strammem Schritt entlang marschiert
kommen sie angeflogen

Der Dicke ist der General
hat sich hübsch aufgeplustert
dahinter dünn und blass und fahl
Rekruten grad gemustert

Kanonen haben sie auch dabei
das sind die langen Dinger
und biegsam sind sie oweih oweih
das sind nicht gerade Bezwinger

Und seht doch mal der General
er wird auf einmal schmal
da sieht man schwarze Heere ziehn
es riecht nach Krieg und Infanterien
und er er macht sich dünn



Hohes Tier

Neulich sagte ein Herr zu mir
den Namen hab ich vergessen
ich sei doch bestimmt ein hohes Tier
da hat er sich aber vermessen

Ach wissen Sie so sagte ich nur
ganz oben ist man ja nie
erst im Himmel endet unser Parcours
wie Sie hinkommen wissen Sie

Ganz merkwürdig vorher ist man aber unten
wenn der Sarg sich ins Erdreich senkt
mit dem Weg nach ganz oben ist also verbunden
dass man sich nach unten lenkt

So gesehen find ichs gut erträglich
nicht ganz oben zu sein
wer das forciert scheitert oft kläglich
und fällt in die Kiste hinein

Und ob er wieder herauskommt der Gute
und in den Himmel fährt
das ist nicht erwiesen also ich spute
mich nicht das find ich verkehrt



Der Grund

Die Steine liegen
im klaren Wasser
das hat seinen Grund
Alles verschwamm
als sie sanken
und aufwühlten
was sie auffing
zeitweise war
nicht mehr zu sehen
der Grund



Meeresprise

Dein Körper in Salzlake
gebadet nackt
Zubereitung
für meine Zunge
Ich schmecke
Krebstiere Steine
und Muscheln
Doraden auch
und Tintenfisch
was dich umschwamm
wie meine Finger
Ich schlürfe deine Auster
immer wieder
entdecke darin
Perlen von Glück



Schuldnerspruch

Was zählt das sind die Zahlen
die nackten und die kahlen
im Soll Haben und Sein
Du zählst und bist allein



Wunderbar vereinbar

Ich streichele
dein hohes Bein
es grenzt
an ein Wunder das
ich auch noch
berühre



Der bist du

Ich richte mich
in Himmeln auf
der bist du
eine Träne
bohrt sich in mein Auge
oder Tropfen
Schweiß
der bist du
ein Schatten sonnt
mein Herz
der bist du
ein Atem flüstert
meine Worte



Unsagbar blau

Es ist ein Stück der Luft
gemalt noch nicht als Bild
die Hülle Schicht und Duft
der in die Nase zielt

Ein Stück vom Himmel reich
Versprechen übervoll
etagenhoher Teich
der bläulich überquoll

Ein Stück wie Edelstein
azur wieviel Karat
so unnahbar und rein
geschliffen akkurat

Ein Stück und nur zum Sehen
und sich vielleicht vertiefen
und hoffen zu verstehen
dass Farben nicht veliefen



Netzwerk

Der Seiltänzer hängt in den Seilen
die Sanitäter beeilen
sich von ihm noch etwas zu retten
sie schaffen es wollen wir wetten

Der Seiltänzer schien zu versagen
vom letzten Stündlein fast erschlagen
doch tat er einfach nur als ob
und fiel in das Netz recht salopp



Wo her wo hin

Weit hinaus trägt
Windfrische das
Blatt auf den See
eben noch fest
verankert verlors
seinen Halt
im Seichten triebs weg
vom Ufer keine
neuen in Sicht
unverändert
der Wind der
Schicksale mäht
weit hinaus trägt
das Blatt seine Leser
zu entziffern
wo her wo hin



Spielbank

Angesichts der Bankenkrisen
und der Milliarden Miesen
glaub ich fast die großen Lenker
sind doch Nacht- und Nebelbanker
Fonds und Aktien sind Roulette
und Gewinne winken fett
Aber wehe bei dem Spiel
riskierst Du ein bisschen viel
Dann sind die Moneten weg
das ist so wie beim Black Jack
Doch beruhigt lässt Dich eins sein
die Moneten sind nicht dein
Darum wird nicht groß gepetzt
und die Spielbank fortgesetzt



Der Hof im Hund

Der Hund im Hof
bellt laut
als er Ein
brecher schaut

Der Hof im Hund
als sein Revier
gespeichert auch
jetzt kurz vor vier

Augen im Hund
betrachten
was Diebe wohl
jetzt machten

Der Hund im Auge
derer
die gleichsam die
Verschwörer

Das Maul im Hund
es wittert
wovor ein Dieb
erzittert

Dem Hund im Maul
die Diebe
wird schwer
ihre Vorliebe

Die Zähne in
dem Hund
für Diebe un
gesund

Die Diebe zwischen
Zähnen
ich wills nur mal
erwähnen

Das Herz im Hund
am Pochen
wie lang nicht mehr
seit Wochen

Der Hund im Herz
von Herrchen
der schläft es singen
Lerchen

Der Hund wieder
in Ruhe
die Diebe fern
der Truhe

Die Ruhe in
dem Hund
zurück nach
diesem Schwund

Der Hund im Hof
verzichtet
aufs Bellen das
verrichtet

Der Hof im Hund
ist sein Revier
ungestört jetzt
kurz nach vier



Belagerung

Krumm gebogen
wie Galgen
leuchtenden Haupts
stehn die Laternen Spalier
säumen den Weg
beugen sich
darüber
auch vom Flugzeug
aus sichtbar
wie Perlenschnüre
manchmal nachts
reiht der Mond sich ein



Alarmzeichen

In der Allee in der Allee
Hilfe rufen Sie schnell
die Polizei
in der Allee in der Allee
stehen lauter Bäume



Tuschezeichnung von Zhou Jun

So könnte es gewesen sein
der schwarze Rand die Häuser
der grüne Rand die Felder
dazwischen bunte Punkte
vielleicht Menschenköpfe
Landschaft von Sichuan
erinnert mich an meine
in der ich aufgewachsen
weiß nicht mehr genau wie
sie wirklich war
hier Reisfelder dort Ähren
doch diese Landschaft zählt
damit für zwei



Treiben

Die Grillen zirpen
der Mond ist voll
über den Feldern
Landschaft im Soll

Ein paar Kilometer
weiter weg
erleuchtet die Stadt
übertüncht Dreck

Augen funkeln
dort wie Reklame
gib deine Nummer
wie ist dein Name

Zurück daheim
zirpen die Grillen
Reißverschlussreißen
lautstark im Stillen



Schweigemauer

Bauen wir eine Mauer
zwischen uns
erzählen nicht mehr
von einander sondern
darüber
rätseln was sich
im Verborgenen tut
bauen höher bis wir
uns nicht mehr sehen
mutmaßen
auf demselben Grund
Abgründe jenseits
der Mauer



Nur Worte

Den Stich ins Herz
versetzt Du mir
Ich fasse mich
an die Brust
Ich habe nichts
in den Händen
sagst Du



Gang unter

Wenn einmal Riesen Wassermassen
fließen also Wasser lassen
vom Himmel über Hahnenflüchen
ergießen sich wie hanebüchen

Wenn dazu geht Gezeter Schnattern
einher von Vettern und auch Vattern
wenn Katzen dann im Stehen pinkeln
und dunkle Ecken sich verwinkeln

Wenn Siegfried mit den plümeranten
sieben Siegeln sind es Tanten
dazu das Vaterunser betet
und sich an seiner Hose knetet

Wenn Hecken flüstern und auch Büsche
und Pferdenüstern wittern Fische
weil plötzlich überall die Fluten
und Regenwürmer still verbluten

Dann ist es Zeit in Dichterreichen
die Uhr jetzt doch mal zu vergleichen
und steht zum Schluss die Erde still
dann ist es aus mit dem Idyll

Solange aber dichten Dichter
mal komplizierter und mal schlichter
bis eines Tages Wassermassen
Ungutes erahnen lassen



Kategorisch

Wieviel Lyrik darfs denn sein
heute unterm Mondenschein
abgehangen und recht mager
oder fett wie Nachbars Schwager
geben Sie das Thema vor
ich hör zu und bin ganz Ohr
vielleicht Versmaß auch und Größe
und benennen Sie Verstöße
doch da fällt mir ein ach was
schreiben Sie doch diesen Spaß



Verschlungen

Die Finger
fallen
ineinander in
Schluchten
beisammen



Farbenmeer

Weites Meer
der Blick kann träumen
von den Kronen und
den Schäumen

Segelboote
unerreicht
setzen Segel
welches bleicht

Alles unerhört
voll Farben
woran andre
Tage darben

Möwenkiekser
Zwischenschrei
vieles ist heut
einerlei



Sammlung

Ein Wurf vom Meer
Steine sammeln
das Flüstern
im Sand



Den ersten Stein

Der erste trifft nicht
der zweite wird Pflicht
auch der geht daneben
so ist das eben

Der dritte im Flug
trifft nicht genug
den Falschen auch noch
unschuldig doch

Den vierten verwarf
ich weg in die Höhe
empfindlich er traf
meinen Kopf und die Zehe



Hebefigur

Du hebst
mich auf
dich uns
wachsen Flügel



Minutenäander

Fünf Gedichte
erntet dieser Abend
wie ein Fluss
in der Ebene
entwindet und
verschwindet
wenig zurück
gelassen
und für so kurz
so nah



Am Fluss

Morgennebel wunderbar
Wasserstraße dunstig nah
Frachter tief geladen gleiten
werfen Wellen Kursgezeiten
Schiffsdiesel ins Mark getrieben
Bootsverbände die sich schieben
Wasser ungerührt zerschnitten
und wieder ineins geglitten
fließt verquirlt beruhigt flußab
Jogger halten sich auf Trab
Hund grüßt wedelnd Gast an Bord
Radfahrer rollen Schleiern fort
gegenüber Ufer lockt
von Morgensonne leicht beflockt



Abklingendes Ungück

Wie beruhigend
hier zu sein
und der Magen ringt
nicht mehr nach Fassung
der Kopf kann wieder
Horizonte blicken
die Auen tragen Wasser
die Schiffe schweben
fast hört man die
Fische jauchzen



Abendschein

Vor
witzig was
am Ende wie
alles
begann



Fast hysterisch

Das Kreischen der Vögel
um den Kirschbaum
schleicht die Katze
erntet fallendes
Obst
im Fluge schnappt sich
die Elster



Waschung

Die Luft ist schmutzig
komm lass sie uns waschen
öffne das Fenster
es regnet



Beinnah

Ist beinah
dein zweiter
Mund



Seezunge

Leckt in die Bucht
himmelblau zwinkert
ein Steinwurf im See



Übersetzen

Wenn die Übersetzer üben
überall hüben wie drüben
wie im Falle eines Flusses
optimal auch trocknen Fußes
man am besten übersetzt
atemlos und nicht gehetzt
übersetz einfach mit Fähre
diesen Fluss ich wenns so wäre



Einander

Ein ums
andere Mal
ist einer ein
andrer
Kopf und
Zahl



G. Danke

G. Danke
dass du gekommen bist
mich zu umarmen
mich ganz umfassen
dass nichts mich berührt
was du nicht bringst
Schutz vor den Ängsten
die anderen machen
mit mir was sie wollen
Danke dass du
gekommen bist
aber jetzt geh
nicht gleich wieder weg
bleib doch noch
das kannst du doch
nicht tun
kannst du nicht wenigstens
einen Verwandten vorbeischicken
was sagst du
wenn du bleibst kommt
alles ganz anders
warum



Wie wir früher

Weißt du wie wir früher
abends schnell zum Baden gingen
spielte die Platte
nachdem wir gerade vom Baden
kamen
früher



Beachte

Beachte den Moment
er hat es in sich
wie er den nächsten kennt
wird er dir brüderlich



Moment

Ich beobachte gerade
einen Moment
einer muss es ja tun
sonst geht er verloren
für Augen Nase Ohren



Du machst

Du machst mir den Bauch warm
nicht nur wenn du auf mir liegst
hormoneller Alarm
ich krieg was du kriegst



Analog zufrieden

Abends kehr ich aus der großen
Stadt zurück
versuchte im Tosen
mein Glück

Ordne meine Sinne
neu
summiere Gewinne
Dde ich streu

Öfter würd ich den Rücken
kehren blieb mir die Wahl
0 oder 1 digital
bleiben doch einige Lücken



Etwas schlecht machen

Etwas schlecht machen
ist leichter
als etwas
gut machen
manche nehmens
zu leicht
und müssen dann
alles wieder
gutmachen



Wortreich

Der lange Atem versagt
nicht zu lesen was gesagt



Heimlich heimisch

Der Duft der Zypressen
ein Trost
Steinmauern halten
bemoost
Hinter jeder Ecke lauert
eine Idylle
Den Vogel schießt ab ein Junge
mit einer Zwille
Ich muss gehen erledigen
was mit Killerinstinkt
Komm ich wieder bleibt hoff ich
was mir hier winkt



Tag ohne Kosten

Die Fahrkarte gilt noch
Brot ist noch da
Butter und Käse
das koste ich
mehr nicht
Lass uns abends
spazierengehen
um die Felder ziehen
statt um Häuser
Dann sinken wir zu Bett
Vielleicht nicht minder erfüllt
heute von allem
nur immer geht
das nicht



Idyllen treffen

Trifft man Idyllen an
ja und was macht man dann
Traut ihnen nicht über den Weg
scheut und betritt nicht den Steg



Schneehimmel am Mittag

Der Himmel kniff in mein Gesicht
ich trat aus dem Haus Pionierblick bewehrt
dabei war seine Farbe schlicht
trotzdem fühlte ich mich etwas versehrt

Die luftige Last hat mein Antlitz gefaltet
doch stand uns allen noch alles bevor
das Diesseits vom Jenseits der Horizont spaltet
er scheint mir wie ein Ausfalltor

Und ich steh davor wie ein Einfallspinsel
kneif den Schwanz ein gleich einem Hund
jaule lautlos klage und winsel
der Nachmittag hat Schnee im Mund



Liebe mal flüssig

Die flüssige Liebe verfestigt
was vorher sie belästigt
nicht zu wissen woran man ist
aus Tagen wird dann eine Frist



Wie begraben

Die Beine schon im Schatten wie begraben
der Körper noch im Sonnengut
die kalten Finger wie in Waben
der kalten Luft wie weh sie tut

Trotzdem wir trauen uns an Hecken
wo Brombeeräste brach wie Knochen liegen
Früchte sich fast für ein Jahr verstecken
bis sie sich wieder aufreihen in Riegen

Aus sich heraus die eine Welt
von mir aus für uns hergestellt
wir wohnen darin in Gedanken
Gefühle für sich zu betanken



Dichtung

Nicht aus der Welt
ist was sich schriftlich
dazugesellt
aus der Welt



Wirklich wichtig

Du bist mein kleiner Wicht
sagte ich das nicht
und eines ist noch richtig
Du bist mir wirklich wichtig

Du Wicht und ich wie wichtig
bist du für mich so richtig
sagte ich das nicht
Du bist mein kleiner Wicht



Vorm Wolf

Jetzt möchte ich schlafen
wie unter freien Schafen
keine Angst vorm Wolf
zumindest diese Stunden
davon entbunden



Über das Hiersein

Weil ich so gerne hier bin
deswegen bin ich hier
das alles macht doch Sinn
doch auch woanders bin
ich irgendwie doch hier



Von Überresten

Flammen im Baum
loderndes Blatt
Jahreszeitraum
Sehnsüchte satt

Krähenkrächzen
Flug über Felder
darunter ächzen
die Menschen selber

Wie sich nun sammeln
Flammen von Ästen
und nicht nur stammeln
von Überresten



Jeden November

Jetzt die häßliche Zeit
die Straßen sind nicht ausgebessert
ebensowenig das Grün
das uns abfällig daherkam
als wär es Leid uns
auch das Auto
nicht geputzt
wird zum Vehikel der Träume
eigentlich mögen wir es nicht mehr
suchen ein neues
doch woher nehmen
laufend flattern
Rechnungen die nicht aufgehn
das Geld geht zur Neige für Geschenke
der Regen nimmt
überhand
jetzt zurückziehen
aber nicht den Einsatz Leben
sich abwarten besser
wird es muss



Taste Next

Die Zeit geht über Leichen
es ist zum Herzerweichen
weiter im Text
ich drücke die Taste Next

Hätte ich das nicht geschrieben
was wäre von mir geblieben
wenn nicht dieser Rest
ein Überleben lässt



Wegweisend

Der Schmetterling am Bach
folgt flatterhaft ihm nach
wenn er den Weg genau wüsste
ihn ein Vogel begrüßte
es ist die Flatterhaft
die ihm Überleben verschafft



Fassaden

Hinter alten
Mauern entstehen
neue



Feierabend

Ich seh eine Ameise flitzen
entlang der Plattenritzen
Eine Rollade ratscht
nach unten bis es klatscht

Ein Nachbar schottet sich ab
die Sonne ist noch nicht landunter
Grad dieser Moment den ich hab
macht mich glücklich und munter

Am Abend ist Einkehr was immer
dieses und jenes bedeutet
Irgendwer dreht den Dimmer
dass sich der Tag neu häutet



Kleinod

Kleinod am Rhein
Ordungspunkt
gefundener Verdacht
Kiesel am Fluss
Festung für Käfer
wenn ich dich nicht gesehen hätte
gäbe es dich nicht
auch du sollst sein
eine Spur hinterlassen
sei es auch nur
Kreisel auf dem Wasser
bevor du für immer
versinkst
das wäre historisch
welcher Stein
erlebt das schon
seinen Rausschmiß
in die Welt



Vorher

Wie konnt ich nur ohne dich leben
als es dich für mich nicht gab
wir kannten uns lange nicht eben
das wär so gegangen bis zum Grab

Wir wussten nicht voneinander
konnten wir denn etwas ahnen
erst spät kamen wir zueinander
und hissten unsere Fahnen

Nun ist die Welt viel weiter
dein Atem geht wie der Wind
du bist Berg und Tal ganz heiter
wenn wir zusammen sind



Aber was

Wir sind zusammen
aber was
darüber zerbrech
ich mir den Kopf
wir sind nicht gefesselt
aneinander
können noch alleine laufen
aber etwas verbindet uns doch
darüber zerbrech
ich mir den Kopf
wir sind zusammen
eine Welt
die wir den anderen geben
wenn sich jemand uns zugesellt
kann er sie mit uns erleben
andererseits ist sie auch immer
ein bißchen aufgeteilt
wenn wir überstürzen
will sie die Zeit kürzen
bevor sie uns enteilt



Bei mir bei dir

Bei mir ist es dunkel bei dir ist es hell
Mittag bei dir bei mir Nacht
Und vergeht die Zeit ganz schnell
bin ich bald mit dir erwacht



Zurückbleiben

Wenn ich mich in dich ergieße
ganz ich nicht zerfließe
etwas bleibt zurück
nicht nur ein gutes Stück

Wenn ich dann noch tropfe
von dir die ich stopfe
kommt schon bald der Drang
zwischen den Lenden entlang

Machen wir es bald wieder
ach es tut so gut
lege dich bald nieder
ach wie gut das tut



Nah

Nah im Wort
in der Welt
die von Worten
zugestellt



Das Hinaustreten derer

Die ohne Absicht in eine Szene geraten
deren Urheber sie nicht sind
dirigiert von einem Regisseur
dem sie niemals begegneten
der im Hintergrund bleibt
mit allem einverstanden
was sie auch tun
Reisende
ihres Glücks und seiner Teilhabe
die entlanggleiten
auf dem Gehsteig
aus dem Gebäude heraus
eben noch



Augenblicke schwören

Augenblicke schwören viel
Ich werde immer bei dir bleiben
Wegzugehen ist nicht mein Stil
Außer du wirst mich vertreiben



Liebes Geäst

Du liebes Geäst
dass du mich lässt
ein Blatt an dir pflücken
hinterlässt
es keine Lücken



Dunkle Muster

Es wird duster
die Welt zur Wand
nur dunkle Muster
in Überhand

Der Himmel geschwärzt
wie von Rauchschwaden
wenig beherzt
fliehen die Waden

Bevor es kracht
und Regen schlägt
auf alles nieder
was sich bewegt



Ganz und gar

Wenn ich liebe lieb ich ganz
mit allen Sinnen und dem Schwanz
Wenn ich liebe ganz und gar
ist die Liebe unteilbar



Kummer

Der Kummer schmeckt salzig
nach Tränen und Schweiß
Ich wußt es nicht als ich
erfuhr seinen Preis



Liebespreis

Die Liebe hat ihren Preis
nicht nur in bunten Räumen
Seit ich das weiß
fürcht ich mich zu träumen



Was mich erwärmt

Was mich erwärmt
an dir ist nicht
nur Haut und Haar
und dein Gesicht

So schön das auch
verschwenderisch ist
deine Brüste dein Bauch
und wenn du mich küsst

Wenn ich mich fühl
auch ganz in dir
was bleibt mir viel
das ist nicht hier

Doch dass du auch sprichst
von unseren Stunden
wie wir unser Leben
gemeinsam umrunden

Dass bringt mir das Glück
das bringt mir Vertrauen
es ist kein Stück
Sand auf das wir bauen



Kettenglied

Ich mied
mein Glied
weil du fehltest
als wenn du
dazu
zähltest
bist du wieder da
bin ich wieder ganz
das gilt nicht nur für
meinen Schwanz
du bist mein Glied
in der Kette
von der Hand in den Mund
die ich gern hätte



Gutes Gefühl

Der Tag scheint hell
Blick in die Luft
Augen zwinkern
aus ihrer Kluft

Sehen neue
Dinge entstehen
Heut wird die Welt
nicht untergehen



Zurückgeblieben

Ich blieb zurück und fühlte
mich bald zurückgeblieben
wollte doch konnte
dich nicht lieben

Du warst verreist
Meldungen spärlich
ich vereist
du unentbehrlich

Zwischen uns war
der Abstand zu weit
weil ich dich nicht sah
zehrte die Zeit

Dann taute mich auf
dein Telefonat
wie schnell doch alles
Zukunft hat

Zärtlich wie immer
deine Stimme klang
nun ist mir nimmer
nimmer mehr bang



Zwei sind eins

Deine Stimme klingt warm
wir schmieden Pläne
du redest von Zukunft
wir denken an unsere weitere Zeit
gemeinsam werden wir ihr folgen
deine Stimme klingt warm
ehrlich vertraut
dringt mir in den Bauch
und erzeugt dort dieses
unendliche Gefühl
wir zwei sind eins



Eins

Eins sind wir zwei
und bleiben zwei
das bleibt immer neu
und wir uns treu
wie ich mich freu



Beobachtung in der Aue

Das Vieh leckt zufrieden sein Maul
das Grün ist aufgefrischt
lange wurde Kuh und Gaul
nichts dergleichen aufgetischt

Die Blüten riechen wie frisch lackiert
nur hängt kein Schild das warnt
die Spinnen haben es schnell kapiert
vor dieser Kulisse ist leicht umgarnt

Sie knüpfen Schlingen sie beißen zu
das kommt ihrer Gier zugute
andere spielen da Blindekuh
der Hengst schielt nach der Stute



Verzug

Wiehern Weihern
Wieder anwidern
Verzeihen verziehen
Verzug
Scheidende sind entschieden



Eine Art Lebensmotto

Das Leben ergriffen
wie es sich zeigt
von ihm geschliffen
wenn es sich neigt

Vom Leben ergriffen
konnte ich ruhen
Auf Segelschiffen
gibt Wind zu tun



Nicht mehr zuhause

Ich bin nicht mehr zuhause
wo ich mich zuhause fühlte
Ich wars nicht der es einstielte
Realitätsbanause

Ich saß sonntags beim Kuchen
dacht es wird immer so sein
sah meine Sie nicht versuchen
probieren anderen Schein



Übersee

Ich wandere aus
nach Übersee
denke ich und überseh
Alltag wird überall draus



Ein bisschen Lebenshilfe

Die großen Dinge anpacken
es lag mir so auf der Seele
die Scheidung bezahlen
das Auto ummelden
erledigt abgehakt
im Universum
niemand wird es mir mehr
nachtragen
es ist getan
und gut
fühl mich wie neugeboren
jetzt die nächsten großen Dinge
angehen
eh sie es tun
am besten sie sich selbst
ausdenken



Dalmatiner

Etwas nachlässig
geh ich mit diesem Sommer um
verabschiede ihn
gar nicht groß
als würde er immer
bleiben
geh mit offener Jacke
durch die Straßen
es nieselt leicht
nicht so dass es
den Schritt beschleunigt
der Regen pinkelt Dalmatiner
auf den noch warmen Asphalt
ist es nicht so
richtig
auszukosten was erst später
zu Buche schlägt
ohne Scheu



Poesie

Momente auskosten
dann
zu Buche
schlagen



Quittung

Poesie quittiert
Augenblicke
malt sie
einzigartig
macht sie
so
fast ewig



Dich suchen

Wenn ich dich verloren hätte
würde ich dich suchen
ganz bestimmt ein Leben lang
und den Tag verfluchen

Als ich dich verlor
ganz bestimmt ich fror
durch mich ging ein Zittern
du gingst ich konnts wittern



Fast reich

Es will mir erscheinen
als wär ich fast reich
gemessen an dem was
nicht dem Geld gleich



Leid schlucken

Die trotzige Kehle
will das Leid nicht schlucken
bäumt sich auf
schmerzt der Brocken
Hals und Rachen
werden trocken
Wunden



Kichern in Kirchen

Kichern in Kirchen
das ist schon gemein
der Fehler muss in
der Wortausgabe sein
wo soll das auch enden
wenn Enten entweichen
Weichenten Nichten
Vernichten in Teichen
nicht weit entfernt ist
frieren von feiern
Sinn entkernt
werfen Iren mit Eiern



Verabschiede mich

Verabschiede mich liebe See
mit deinem blauen Glanz
der ins Grüne übergeht
das Atmen leicht macht
weil der Wind mithilft und
die Vögel in Schwingung versetzt

Verabschiede mich liebe See
gern hätt ich hier ein Stück Grund
zu bleiben doch die Ferne
liegt mir als Heimat am Herzen

Verabschiede mich liebe See
vermissen werd ich deine Klarheit
in den Farben die Unergründlichkeit
und Bedrohung durch deine Tiefe

Verabschiede mich liebe See
hab mich immer wohlgefühlt neben dir
auch wenn du launisch und schwül
deine Wildheit ablegtest zähmbar dich gabst

Verabschiede mich liebe See
die Ruhe hinter dem Deich
nur Schwalbenschwirren noch
das wird mir fehlen auch
geh nun hinein ins Land
verabschiede mich liebe See



Neubaugebiet

Kleine Stummel die Pflänzchen noch
in zehn Jahren werden
sie ersten Schatten spenden
der Beton riecht noch frisch
alles nimmt hier
neu seinen Anfang
die Sechzehnjährigen
planen
ihr Leben wie auch immer
in zehn Jahren werden
sie sehen was möglich war
und die ersten
ziehen schon wieder aus



Zur Sprache

Ein plötzliches Sprechen
auf der Zunge liegt ein Gedanke eben
noch im Kopf verlässt
den Mund
in die Freiheit ist
das Zeichen für drinnen



Suchender

Bin ich ein Suchender
weiter in mir
sag ich nach außen
hab alles hier

Mal meinem Kind aus
alles ist gut
doch wo es fehlt
fehlt mir der Mut

Hab nur ein bißchen
hätte gern viel
möcht viel erleben noch
das ist mein Ziel

Muss immer mehr jedoch
Wünsche lassen
und das Leben nicht
dafür hassen

Probiere weiter
dies und das aus
bleibe heiter
vielleicht wird was draus



Investment

Keine Investition
in die Zukunft
nehm ich mir vor
bis du wieder zurück bist
und ich weiß
ob wir eine haben
oder nicht
bilde ich mir
da was ein



Verlässlich

Wir verlassen
uns
auf uns
um nicht verlassen
zu sein



Um Wege

Der Weg ist weg
was mach ich nun
was soll ich ohne
ihn denn tun

Der Weg ist weg
was soll geschehen
wie soll ich jetzt
denn weitergehen

Der Weg ist weg
was wird passieren
wer soll das denn
noch kapieren

Der Weg ist weg
wo soll ich bleiben
woanders mir
die Zeit vertreiben

Der Weg ist weg
ich geh herum
und das ist auch
ein Weg darum



Weg

Wo
ist der Weg
frage ich mich
weg



Gegen-Wart

Früher war die Gegenwart
für mich eine Mauer die
sich vor mir aufbaute
keinen Einlass bot
heute weiß ich
wohin sie mich führte
aber sie ist auch
nicht mehr Gegewart



Advent

Das dunkle Geschmeide der Augen
wird im Abend ganz hell
Laternen wie Sterne taugen
Beleuchtassistenten zur Stell

Glltzern ebnet das Antlitz
vor den Geschäften wie Spiegel
Hände verarmen an Besitz
legen sie Wert auf Zügel



Ohne Welt

Manchmal kehren wir der Welt den Rücken
vorwiegend in Abendstunden
wollen uns in uns verdrücken
ohne Welt nur uns gesunden



Die kleinen Dinge

Komm wir sehen uns
den Mond an
der kostet nichts
verlangt keine
Ansichtsgebühr
Komm wir sehen uns
die Blumen an
ihre Schönheit ist frei
Komm wir laufen
durch Wald und Wiesen
die verlangen nichts
Komm wir beschränken uns
auf die kleinen Dinge
die es so reichlich gibt
Mehr können wir
uns sowieso nicht leisten
als am Ufer zu sitzen
die Boote schwimmen
zu lassen mit
unserem Blick



Ohne dich

Schon eine Woche
ohne dich
ich koche
nur für mich

Es werden in zwei
drei
sein und wir sehen
uns wieder kein Widerstehen



Halb so wild

Die Hälfte des Lebens ist Hoffen
als wäre das Ende offen
die andere Hälfte ist Tun
bis das Ende befiehlt Ruhen



Frieren

Es ist kalt
sehr kalt
im Auto frieren
die Gebeine
wie nackte Steine



Formenspiel

Federwolke
federleicht
Pappelsamen
luftgeeicht

Himmelskörper
Unterstand
Auge auf liegt
auf der Hand



Erste Ausschüttung

Gehen wir nach dem Aktienrecht
ist das meine erste Ausschüttung
die Saison war gar nicht schlecht
hier nun die Quittung

Ihr seid die Anleger
ihr investiert und ich verrichte
mit meiner Anlage integer
dass ich kein Kapitel vernichte

Her also mit der Dividende
Mehrwert und Gewinn
divi - ich teil gern al dente
weil ich ein Mann des Wortes bin



Vorschnelle Behauptung

Am Abend legt der Schlaf sich hin
Ach nein das macht er am Morgen
wenn ich gerade am Aufstehen bin
kann er sich die Bettdecke borgen

Ich finde das einigermaßen gemein
Es kann allerdings auch anders sein



Nicht verzweifeln

Nein ich bin nicht verzweifelt
ich denk nur an die nächsten Schritte
bis zur Grabesmitte
die Erde ist schon angehäufelt



Das ganze Leben

Das ganze Leben
bleibt das Leben nicht ganz
da beißt sich die Katze eben
manchmal in den Schwanz



Abendlied

In der Halle des Abends
klingen die Vögel so hell
Ende des täglichen Darbens
Zeit für ein Hoffnungsgestell

Wieder aufgerichtet
Wünsche die nicht mehr erfüllt
sind aber nicht vernichtet
werden nur neu enthüllt

Auf dem Tagesdiener
hängt die Garderobe
und im Dunkeln schien er
sie anzuziehen zur Probe



Abendgewölbe

Der Singsang der Vögel im Abendgewölbe
Laute klingen zärtlich und leis
mir scheint wir beide denken dasselbe
wobei ich das nicht sicher weiß

Fürs erste ist der Tag befriedet
Recht macht ers uns noch lange nicht
heiße Wünsche frisch gesiedet
Eintopf heißt das jüngste Gericht

Gibt es diese schönste Zeit
werden wir sie nicht verpassen
Kontostand ist der Tag heut
bloß nicht blind Zukunft verprassen



Der Graureiher

Der Graureiher steht mit halbem Bein
regungslos im Wasser
Statuen können nicht anders sein
und der Untergrund nicht nasser

Nicht lange landet dann ein Fisch
der ahnungslos vorbeischwimmt
wie seine Ahnen auf dem Mittagstisch
an Wasser wenn mans genau nimmt



Möchtegern

Ich möchte dir
die Welt zu Füßen
legen sobald
ich sie habe



Vergleich

Die zwitschernden Vögel
am Morgen am Abend ums Haus
deine zwitschernden Finger
locken mir Laute heraus

Sie sitzen ganz oben
im Geäst
ich komme nach oben
weil du mich lässt



Überein

Lockenlaut
wohlgegoren
Lippenbraut
unverfroren



Unter dem Wolkenzug

Unter dem Wolkenzug
Spitzflügel schlagend die Schwalben
ist es nicht Betrug
blättern in Sonnenalben

Was das Weiß ihnen lässt
schöpfen sie innerlich aus
wartend aufs Sonnengeäst
jagen sie um das Haus



Züngeln

Dein Züngeln
dein Sperrangelweitmund
mein inneres Kringeln
das Schamhaar ist rund

Es dreht sich mir
jetzt um das eine
was krieg ich von dir
im Kerzenscheine

Kommt an die Reihe
was ich erhofft
Stöhnen und Schreie
so ist es nicht oft

Leis klingt Musik
steigert Verlangen
gibt uns den Kick
bei null anzufangen

Von Anfang an
willst du nicht musst
uns Untertan
zerstäuben wir Lust

Du lässt mich
auf der Zunge zergehen
lässig ich
kann dich dabei sehen

Was du hineinschiebst
ist warm und prall
wie du mich liebst
in jedem Fall

Ein Zucken ein Bäumen
ein Stöhnen ein Lassen
mein Glied umsäumen
die Lippen die nassen

Du hast mich umgürtet
und Lust entfacht
zu was ihr führtet
Lippen Andacht



Schwalbe

Die Schwalben haben
den Bogen raus
an ihren Flügeln
steigen stürzen
wie von selbst
ganz spielerisch



Übersicht

Auf Übersicht
ist er erpicht
doch hat er sie
beileibe nicht

Denn eines fehlt
und das ist wichtig
zu sein hat die Sicht
übersichtlich



Mein letzter Wagen

Mein letzter Wagen wird ein Kombi sein
denn eines muss er erfüllen
ich passe liegend hinein
gegen meinen Willen

Doch der zählt dann nicht mehr
ich fahre hin und nicht her
ich lass mich auf Händen tragen
und steig nicht mehr aus dem Wagen



Streit

Wenn der Geist sich mit sich streitet
ob er lieber fährt statt reitet
ob er jetzt noch duschen geht
oder dem doch widersteht

Und das dauert so ein Weilchen
Krieg der Argumenteteilchen
dann ziehn ganz umsonst Gerüche
in die offene Sinnesküche

Die der Geist gar nicht beachtet
von dem Streit ganz überfrachtet
und ein Stückchen Welt liegt brach
wie doch bei fast jedem Krach



Du gehst

Du gehst mir unter die Haut
da wo die Liebe sitzt
wo das Herz pocht und
manchmal ums Leben schwitzt

Du gehst mir zur Hand
wo die Lust entsteht
wo Liebe und Leid
aneinander vergeht



Mit dir wär das nicht

Mit dir wär das nicht passiert
grauer Himmel jeder friert
Straßen häßlich schwarz und nass
alle haben keinen Spaß

Und ganz jämmerlich die Bäume
haben alle Zwischenräume
zwischen Ästen und den Zweigen
weil sich keine Blätter zeigen

Doch ich geb dir keine Schuld
bin nur voller Ungeduld
wärst du hier würd alles lächeln
und die Männer würden hecheln

Und die Sonne würde scheinen
und ich würd nichts böse meinen
und die Bäume hätten Blätter
überhaupt du wärst der Retter



Zentralstation

Hier kommt vieles
zusammen
kreuzen sich Wege
jeder geht seiner
am Bahnsteig die Frau
zum Beispiel knuspert
ein Tütencroissant
ausgehungert wartet sie
auf die Bahn
oder das hübsche Mädchen dort
mit einem Pferdeschwanz im Haar
und dem Schlitz
nicht im Kleid in
der Hose
flüchtige Zusammenkunft
ungewollte Verabredung
jeder der hier steht und wartet
am Bahnsteig
hat einen Auftrag
den er nicht preisgibt
jedenfalls tun alle so
wer hier bleibt
bleibt allein über
Kurz oder lang



Mit dem Meer

Flüstern mit dem Meer
die rauschende Wahrheit zerteilt
die Zeit mit dem Wind enteilt
es schäumt und bricht
ist Wasser schlicht
Hoffnung sonst gar nichts mehr



Fallen

Mir fallen nur noch die Ohren zu
so müde bin ich vom Hören
vom Sehen und Denken
vom Lachen und Schenken
soll mich nichts mehr stören



Dummer August

Ein Auto rauscht vorbei
eines nur nicht zwei
der Horizont wird lila
hautnah nicht nur als Dia

Das Licht wird eingeschaltet
und ein Stück Glück verwaltet
der Himmel sein Pyjama
zieht er an welch ein Jammer

Finden zumindest Kinder
naive Mindestfinder
was wollte ich noch sagen
nichts schlägt mir auf den Magen

Denn alles bleibt so offen
die Wünsche noch zu hoffen
und mit uns legt sich nieder
ein Traum entsteht dann wieder



Leben weg

Plötzlich ist das Leben weg
hat das alles einen Zweck
denkt sich wer da übrig bleibt
Leichenschmaus sich einverleibt

Und dran denkt wer abgefunden
um das Erdreich zu erkunden
hab ich nicht schon viel verpasst
und Momente gar verprasst

Moment wart einen Moment
doch er hört nicht nein er rennt
will nur seinen Nächsten suchen
den er doch noch gar nicht kennt



Stückgut

Ein Stück Gedicht
ist wie eine Predigt
mit der wir uns berappeln
wie nach dem Gewitter die Pappeln



Süchtig

Bin ich süchtig
nach dir
bleibst du nur flüchtig
bei mir



Hörig

Bin ich dir hörig
in Abhängigkeit
niemals das schwör ich
dir Ewigkeit
wenn du es nicht
tust vorher
werde mir Licht
durch dich seh ich mehr



Gehen lassen

Die Nacht
ließ uns nicht
in Ruh
und nicht in Ungewissheit
dass wir uns liebten
sie war genau so
dass ich dich in Ruhe
gehen lassen konnte
für eine Zeit
ohne in Panik
zu verfallen
dir verfallen
zu sein
und du wärst mir hinterher
eine andere
und wenn du wiederkämst
wär alles wie vorher
wir würden uns bei der Hand nehmen
und manchem andern
und die Nächte nicht
in Ruhe uns lassen
wenn sie wieder uns
gemeinsam gehörten



Ansprechpartner

Die Dinge geben Widerworte
das ist ihr tieferer Sinn
darum begeb ich mich an Orte
wo ich ihr Ansprechpartner bin



An den wilden Bäumen

Jeder Gedanke da draußen ein Blatt
an den wilden Bäumen
sitz beim Frühstück
werde satt
satt wird nicht mein Blick
bloß nicht was versäumen



Silbern grün

Silbern grün silbern grün silbern grün
die kleinen Birkenblättchen wechseln ihre Farben zittern
unentschieden halten sie im Wind die Wimpel
darin nun kein Rückgrat grad zu wittern
scheint mir angesichts des starken Stamms zu simpel
Birkenblättchen sind wie Kinderhände anzusehn
wechseln ihre Farben silbern grün



Gedankengang

Durch meinen Kopf geht
ein Gedanke er bleibt stehen
beginnt sich nach allen Seiten zu drehen
will wissen wo es weiter geht

Der nächste Standpunkt von ihm aus erreichbar
das ist die Bedingung
doch ist er in meinem Kopf dann noch eichbar
oder nur noch Besinnung



Gedankenstopp

Durch meinen Kopf geht ein Gedanke
er will einfach zur Welt
ihn stoppt die unsichtbare Schranke
er hat sich das anders vorgestellt

Ich gehe flugs durch meinen Kopf
um ihm den Weg zu weisen
du musst durchs Mundwerk blonder Schopf
oder bring Finger zum Kreisen

Dass sie dich auf Papier ausdrücken
dann bist du existent
sonst kommst du in Erinnerungslücken
wo dich gar keiner kennt



Hauchdünn

Der Tag bewegt sich
auf hauchdünnem Papier
die Straßen sind nass und hässlich
das wäre bestimmt nicht passiert wärst du hier



Todesnachricht

Zu guter letzt
hab ich es verpetzt
das Letzte ist nicht das Gute
ich halt besser meine Schnute



Luftschloss

Heute bin ich schon
einen Tag weiter als gestern
ich weiß das ist nicht die Welt
aber meine Luftschlösser die ich nun baue
sehen schon etwas anders aus



Abendgehege

Der Abend legt mich flach
Stundenalmanach
ich hocke vorm Fenster und achte
was der Minutensprung machte
ich bewege
mich nicht im Abendgehege
in welche Schatten sich ducken
Katzen ohne zu Mucken
rutsch mir den Buckel runter
faucht der Kater putzmunter
als die verdusterte Welt
schwarz wie er uns befällt



Weiß auf weiß

Weiß auf weiß geschrieben
der Alltag und seine Gespräche
wenig zu unterscheiden
die gingen und die blieben
Vorlieben Händel und Kräche
zu tun und zu vermeiden



Lieblingssatz

Wenn über allem
etwas ist
kann sein



Große Senke

Die große Senke in dem Feld
vielleicht ein Bombenkrater
aus Zeiten wo schon manchmal fällt
der Opa oder Vater

Wie schwarze Zunge kriecht ein Schatten
der Sonne in die Senke
dort ist es kühler lass mich raten
warum ich sowas denke

Die schwarze Zunge leckt die Mulde
immer weiter aus
ein schwarzer Kater dem ichs schulde
stell ihm die Milch heraus



Kein Stelldichein

Da draußen nur Einheitssuppe
und du schminkst dich Puppe
grauer Regen grauer Rhein
Schiffsverkehr kein Stelldichein
in dem Fluss die Schiffe
schlabbern die Todesriffe
Züge queren den Strom
Zielrichtung der Dom
drunter und drüber auf Brücken
annäherndes Beglücken
Tropfen auf der Linse
Perlen im Gesicht
Himmelstränen grinse
zähl die Hoffnung nicht



Rauskommen

Eigentlich müsste ich mehr verdienen
ein Mann in meinen Jahren
andere tun das gefälligst
hab ich was falsch gemacht
ich bin nicht in Gier
nur dem Geld hinterher
andere haben da weniger Skrupel
und wenn es unanständig wird
sehen sie weg oder
beschaffen sich einen Ersatz
für ihre einst weiße Weste
wer ein paar Tausender im Monat macht
schaut nicht mehr so genau wofür
er all dieses tut und was
dabei rauskommt
fast immer ist es doch
jemanden reicher zu machen
das wird dann nur nicht gesagt



Was Neues

Ganz was Neues
denke ich bevor es entsteht
nicht mehr so ganz neu ist es
wenn es dann entsteht

Hab ich mich dran gewöhnt
muss etwas Neues her
ganz was Neues denke ich
und bemüh mich da sehr



Moment Sekunde

Moment Sekunde
schade wenn er vergeht
folgt dem nächsten in die Runde
dass sich alles dreht

Vorbei der Moment ein Versehen
lassen wirs dabei bewenden
will allerlei verstehen
denn irgendwann wird es enden



Tropfenwaiser

Ein Moment
reiht sich an den nächsten
wie Wassertropfen im Fluß
gaukeln mir vor es
nähme kein Ende
mit mir



Im Urlaub

Im Urlaub bin ich ausgerenkt
vom Kopf bis zu dem Zeh
die Glieder schlenkern neu geschenkt
es fehlt geheimes Weh

Probier an neuen Stellen aus
wie ich sie halten kann
bin ich alsbald wieder zuhaus
kommen die alten dran



Ferner

Ferner der nahe Turm
Wolkenwurm
von Schleiern umwoben
dem Boden enthoben
Schritt für Schritt
Residenz im Himmel
Luftgetümmel
hoch schauend aus dem Tritt



In meiner Hand

Du bist in meine Hand geschlichen
und ich bin ihr nicht ausgewichen
so warm und weich wie ich sie fühlte
als ob mich leichte Luft umspielte

Du bist in meine Hand geschlüpft
mein Herz hat einen Sprung gehüpft
denn du erlaubst mir wie ich spüre
dass ich noch mehr von dir berühre

Ich bin in deine Hand gekrochen
du hast den Braten schnell gerochen
doch dann hast du still gehalten
was unsere Hände so gestalten

Du bist dann meiner Hand entglitten
trotz mehrerer von meinen Bitten
das nicht zu tun sondern zu bleiben
doch schnell magst du kein Einverleiben

Du hast dich meiner Hand entwunden
uch hätte sie gern über Stunden
und dich in meiner Hand gehabt



Beuteschema

Die Stille der Stich der Sonne
irgendwo klappert die Tonne
der schwarze Asphalt glimmt
bis er später verdimmt

Über die Felder schleicht
ein Reiher und er eicht
den Bestand an Tieren
kleinen auf allen Vieren

Ich der ich all dieses seh
dem Zählzwang wiedersteh
auf der Flur ich brüte
was im Kühlschrank der Tüte



Du hast gezittert

Du hast gezittert
du wolltest nicht aufhören zu zittern
als ich mit meiner Zunge in dir wühlte
hab ich dir das Herz zerknittert
als ich deine Lust hochspülte

Du hast gezittert
nur langsam wurde es schwächer
dein Körper zuckte noch zeitweise
ich verließ deine Gemächer
zog mich zurück leise

Du hast nicht mehr gezittert
als wir darüber sprachen
was geschehen war wurde überwittert
von der Erinnerung und anderen Sachen

Das Zittern ist verschwunden
ich wünsche es mir herbei
bald stochere ich in den Wunden
dann entsteht es dir neu



Herüberziehend

Der Wind liegt in der Luft
schwächt die hingestreckte Landschaft lau
tranige Wolken streichen darüber
Krähen vermelden Fluchtlaute
ob das Unwetter kommt



Unruhe

Pappeln aufgereiht
wie Säulenheilige
bewachen das Flussufer
ein Habicht steigt auf
mit Argusaugen
die Beute weiß
von nichts
ein Windstoß glättet
die Unruhe
für einen Moment



Ein Satz

Nach Aussatz der Saat
setzt die Ernte
der Frucht
ein



Die Haut des Tages

Der Tag legt seine alte
Haut ab ich verwalte
die Hinterlassenschaften
das Heute zu verkraften

Ich male Worte auf Papier
das eben noch ein Baum war hier
die Haut des Tages ich beschrifte
die Dosis die ich täglich stifte



Die Haut des Zanders oder Ironie Natur pur

Das Land liegt unter Schichten
von Himmeln wie Grauwacke
darunter darüber dichten
Au Backe

Der Raubvogel stürzt ein
das Revier der Hasen
kann aber auch sein
er wird es lassen

Einöde ist anders
hier kämpfen ums Überleben
im Bach die Haut des Zanders
glänzt nicht nur dem Reiher daneben



Dusel

Möchte mit dir das Bett besudeln
wie in Rudeln
durch Lüste strudeln
möchte es tun diese Nacht
hab ich so den Verdacht



Die Weichen

Die Weichen sind gestellt
die Harten konnten entweichen
wer sich zu sich gesellt
ist unter Seinesgleichen

Der Fährmann holt sie alle
zu sich in sein Boot
nur nicht auf einmal zur Falle
wird sein Schiff sicherer Tod



Anhang

Nicht nur Bücher haben Anhang
manchmal auch deren Dichter
der zündet unter Selbstzwang
ihm an die seltsamsten Lichter
damit er sie erhöre und sehe
tut er es dann wehe
etabliert sich ein Kreis
drinnes ist man zu sich leis
so wie draußen nimmer
verharrst du darin wird es schlimmer



Noch da

Was ist noch da
was sonst noch ist
bevor sie kommt
die letzte Frist

Was kommt noch da
was sonst nicht ist
wie weit wie nah
ob ihr es wisst



Lied vom Jang-tse-kiang

Lang lang lang
ist der Jang-tse-kiang
lang lang lang
ist der Jang-tse-kiang

Und wer an seinem Ufer steht
weiß dass er zuende geht
doch er sieht nicht wo
dann ist das eben so

Lang lang lang
ist der Jang-tse-kiang
lang lang lang
ist der Jang-tse-kiang



Mitbringsel

Ich kam vom Joggen und brachte
ein Gedicht mit
es war aus feuchtem Himmel
und klebte im nassen Gras
am Boden wär es geblieben
ging ich nicht ab
und an raus



Landflucht

Landflucht der Wolken
vom Winde getrieben
von Bergen gemolken
wie sie es lieben

Gerade erleichtert
gewinnen sie Höhe
Landfluß bereichert
verliert ihre Nähe



Jeden Tag

Jenen Tag
sommerlich farbend
voll zur Gänze
entzweit nur der Abend

Selig beschleicht
mich noch milde Sorge
dass etwas von ihm
ich für morgen borge



Zivilisiert

Am Vormittag querte
ein Hase meinen Weg
beinah panisch aufrecht
suchte sein Blick die Flucht
zwischen Maschendrahtzäunen
dann nahm Meister Lampe
die Beine in die Hand
zivilisiert auf Asphalt
Reißaus



Geläutet

Die schalene Glocke
ruft zum Gebet
schüttet Geläut aus
wo man auch steht

Schlechtes Gewissen
die Einkehr verpasst
guten Gewissens
Kehraus verprasst



Heimisch

Wann wenn nicht jetzt
diesem Moment
angehören
dem Vogelschatten
dem Häusereck
Geruch von zuhause
Landluft mit Dreck



Ein Wort

Ein Wort
kostet seine Zeit
allein ein Wort
nicht zu reden von ganzen
Sätzen
sie kosten die Zeit sie
aus dem Wirklichen zu prägen
voller Wahrheit
voller Gehalt
und sie zu spüren
sie einzuvernehmen
für sich
erst recht



Mail

Im weißen Mehl
passiert etwas
Eindrücke dort
von dies und das

Ein Daumen hier
und ein Gesicht
ein C und ach
auch ein Gedicht

Das hat der Bäcker
nicht erkannt
dass auch Mitteilen
ihn übermannt

Er presst sein Herz
in dieses Weiß
es wird blutrot
und körperheiß

Erinnerung
hat einen Namen
den den wir ihr
soeben gaben



Fluchtgestalten

Auch die zuende gehende Zeit kann Mama sagen
drei Anfang zwanzig geleiten sich in forschem Schritt
in eine Zukunft anfangs Unbehagen
und später gehen sie die nicht nur mit

Sie sind gewillt sich nicht so schnell zu binden
darum eilen sie drauflos was zu entdecken gibt
womöglich werden sie sich bald nicht wiederfinden
kann sein sie sind dann schneller als sie ahnen schon verliebt

Zwei Jungen und ein hübsches Mädchen das dazwischen
den Ton angibt wie beide sich dann fühlen
sie werden Wahrheiten und später Lügen sich auftischen
und sehnlichst wünschen sich in Locken einzuwühlen

Und wenn die Sonne mit dem Schatten liegt im Zwist
am Abend wer die Herrschaft übernimmt
dann flackert auf Verlangen und wird schnell dann trist
wenn nicht das Leben Wünsche überstimmt

Und wer sie sieht ihr Leben auf dem Sprung
zu neuen Attraktionen die nicht halten
der wird am Ende nochmal jung
denn er sieht sich in diesen Fluchtgestalten



Nacht zum Tage

Ich weiß wo ich zuhause bin
und muss nicht lange suchen
die Nacht zum Tage machen und den Sinn
wenn ich alleine bleib verfluchen



Züngelnder Mund

Dein züngelnder Mund
verschafft mir die Lust
du nimmst mich dir
nicht nur zur Brust

Fast hast du mich verschlungen
es ist dir nicht ganz gelungen
doch deine Mundpropaganda
die nimmt mich intern auseinander



Auster

Aus deiner Auster schlürfen
mit deiner Perle spielen
freu mich allein es zu dürfen
bin nicht einer von vielen



Welt das sind Birnen

Das Licht geht weg ist das traurig
das vor uns alles verschwindet
vielleicht auch ein bisschen schaurig
dass diese Welt sich entwindet

Dabei hatten wir sie im Griff
verleihn ihr den letzten Schliff
doch wenn der Abend es will
werden wir ganz schnell still

Ganz schwarz ist es draußen wir suchen
die Welt und den Sinn und verfluchen
die Sonne dass sich alles dreht
bis einer zu Bette geht

Wir schalen uns ein in Kissen
und wollen von nichts mehr was wissen
was los ist hinter den Stirnen
sind Äpfel die Welt das sind Birnen



Rauschen der weiten Welt

Das Rauschen der weiten Welt
Mühsahl und Drang zu der Stille
trotzdem wird alles bestellt
Vorstellung Wille zur Welt

Jets die fauchen am Himmel
Schiffe die legen ab
Autokolonnengetümmel
hören die Leichen im Grab

Mach alles geht so weiter
Gang ohne Widrigkeit
die ersten werden bald zweiter
bleibt alles wird es auch Zeit



Mit dir ohne

Jetzt weiß ich wie verletzlich ich bin
Verlust ohne dich mit dir nur Gewinn
den ganzen Tag war ich voll Unruhe
könnte ein anderer auch das tun was ich mit dir tue

Den ganzen Tag renn ich umher
will alles besser wissen
deine Worte stecken mir quer
trotzdem möchte ich dich küssen

Gleich werde ich dich in meine Arme
voller Sehnsucht schließen
irgendwie bist du doch eine Dame
das sollte ich langsam wissen



Verflogen

Ich habe dieses Fraugefühl
noch nie jemals gehabt
wie bei dir jetzt gleich so viel

Ich habe dich dahin gebracht
wo man in andre Kontinente reist
jetzt bist du in der Luft ein Hauch dein Atem
nicht vereist
du wirst getragen in den Wolken
dein Sitz hat keine Anker



Zärtelnd

Du bemühsamst dich zärtelnd
das Weiche erhärtelnd
ein Zwinger die Offenbarung
Gelinger in Verwahrung



Wieder verweilen

Wieder Verweilen
sich nicht beeilen
der träge Schritt
macht Wärme mit
sich neu erfinden
enthüllen entrinden



Frühja

Die laue Luft
der laue Schritt
der laue Schrei
nicht fort damit
der Blütenduft
raus aus der Gruft
der kalten Enge
die Breite ruft
endlose Länge



Abendschatten

Im Abendschatten
ermatten
die Konturen
Licht und Gedankenspuren



Wieder kalt

Am Abend wird es wieder kalt
ich denke Halt
wird der nächste Tag kürzen
den Duft der Dinge und Blumen die würzen
ich sinne und schreie dann doch nicht Help
ich seh die Narzissen sie blühen gelb



Einsparen

Das Schöne
das nicht zählt
aber gezählt wird
das Wärmende
das nicht nach innen geht
das Wertvolle
das kaputt gehen kann
nur nicht
sich selbst
sonst bleibt nichts
im Leben



Los Gesetz

Gesetzt
das Gesetz wird
umgesetzt
wohin
dann



Sagend

Vielsagend
sagt der Nichtssager
nichts

Nichtssagend
sagt der Vielsager
viel



Diese Worte

Dies ist nur meine Kleidung
die ich euch zeigen kann
Worte sind immer Bescheidung
die viel verschweigen sodann

Das Innere ist immer mehr
als das Äußere scheint
wünschte es mir so sehr
beides sei immer vereint

Doch was wär dann zu tun
ist einmal alles gesagt
nichts sich entwickeln nur ruhen
als wärst du hochbetagt



Karnevalsfluss

Schwere Wolken
der Fluss ein Ebenbild
Wogen bedrohlich
was führt er im Schild
als wollte er die Stadt verschlingen
heute noch diesen Tag
es wird ihm nicht gelingen
weil keiner geschluckt werden mag
leg ruhig den gefährlichen Spiegel
zwischen den Stadthälften aus
wir schminken uns aus einem Tiegel
und gehen trotzdem heraus



Eingespart

Eingespart vieles im Leben
kommt später heraus
her oder hingegeben
so wird ein Schuh draus

Das Eingesparte blieb
dir also fern
dir war es sehr lieb
du hättest es gern

Hast es dir aber verkniffen
und das läppert sich
hast darauf gepfiffen
dachtest es blieb überm Strich

Konntest es dir auch nicht leisten
wo ist das Eingesparte nun
wie bei dem allermeisten
Lässt dich das nicht mehr ruhen



Das halbe Land

Das halbe Land ist Pleite
markiert den dicken Max
die Banken notieren heute
Bulle Bär und Dachs

Leb als wenn du nichts wüßtest
in deinen Tag hinein
doch wenn du dich nicht rüstest
wirds bald gewesen sein



Die Poren

Die Poren stehen offen
die Freude weiß nicht ein
noch aus es ist zu hoffen
du lebst daraus kann sein

Du übersiehst die Kleinigkeiten
und schwelgst im Großen
und Ganzen und für Unwägbarkeiten
brichst du keine Lanzen Dornrosen



Die Linde

Die Linde duftet betörend
sie nebelt dich süßlich ein
auf dass du ihr gehörend
vergisst alles Tun und Sein

Sie saugt dich in ihre Blüten
du klammerst dich an ihren Leib
wer kann dich jetzt noch behüten
du bist ihr Zeitvertreib

Am Ende lässt sie alles
unerbittlich fallen
im Falle dieses Falles
lässt du sie besser allen



Abgang

Das war es dann
sagt die Zeit
wenn sie geht
und hinter ihr im Wahn
allgegenwärtig
Erinnerung steht



In Wärme

In Wärme angenommen
stell ich mich vor euch dar
was habt ihr mitbekommen
wie weit bin ich euch nah

Wie nah seht ihr mich fern
schirmt mich ein Bild noch ab
habt ihr mich wirklich gern
auch notfalls bis zum Grab



Sichtbarkeiten

Es weht ein Windgeruch
zu mir von dieser Hecke
wie in einem Tuch
in das er sich verstecke

Es ist zwar unsichtbar
steigt mir doch ins Gemüt
ich dreh mich um was war
das ist es was man sieht



Am Flughafen

Das Grummeln über dem Glasdach
ist kein Gewitter
ein Flieger startet
Turbinen quirlen die Luft
Fliegentod
Vogeltod
die aufsteigen und
verschwinden



Geht nicht

Das geht doch nicht
sagen die Generäle
als bekannt wird dass sie
die Gegner eines Putsches
im Verborgenen bedrohen
das geht doch nicht
meinen die Generäled
dass es
bekannt wird



Gewölbe der Stille

Die Vögel beschallen
das Gewölbe des Abends
er nimmt es auf
gibt es wieder ab
wenn sich der Tag
neu öffnet



Kleiner Rest

Ein kleiner Rest
vom Tage bleibt
hältsts du ihn fest
Wort einverleibt

Und er verschwimmt
nicht mehr von vielen
wie man es nimmt
mit den Gefühlen



Schornstein

Der Schornstein hisst
die weiße Fahne
welche permanenter Rauch ist
oder schwarzer Schlot mit Sahne



Irgendwie nah

Du bist nicht da
das Bett ist leer
doch irgendwie nah
weiß auch nicht woher

Es ist als ob ich deine Haut
mit einem Mal an meiner spüre
hab ich dein Fehlen gerade verdaut
wirst du mich wieder verführen



Stell dir vor

Stell dir vor
mich
ach nein es heißt doch
stell dich
vor
mich kenn schon ich



Andere Umstände

Ich weiß nicht ob es mir nützt
ich fühl mich von dir beschützt
bist du nicht da fehlt mir bald
der gewohnte Halt

Zur Zeit merk ich es wieder
du fährst mir nicht in die Glieder
bist du da fass ich den Knauf
am Fenster anders und weiter auf

Ich hätte das nicht gedacht
was hast du nur für eine Macht
bespreche ich etwas mit dir
liegt es nicht nur an mir

Dagegen fühl ich momentan
was geht mich alles so an
die Straßen sind häßlich so nass
mit dir wär das anders nicht das

Mit dir werden auch nicht Grimassen
die Leute krieg ich sie zu fassen
es geht eine Leere einher
ich sag es doch du fehlst mir sehr

Mit dir hat das alles den Grund
entdecke ich wieder und
deine zärtlichen Hände
bringen die Liebesumstände



Abendganz

Wenn der Glanz über den Wiesen schwindet
und nur die Hochhäuser in der Ferne goldene Häupter tragen
bestücken die Hecken sich mit Vögeln im Hain
versammeln sich zum Abschiedskonzert
nur ein paar übermütige Schwalben
jubilieren lautstark in der Höhe
dann verdunkeln die Farben
in unzerstörbare Nacht



Als wäre es immer so

Als wäre es immer so
versammeln die Dinge sich
um dich herum
leicht und schwebend und
in niemandes Gebrauch
selbst das Glück in diesem Moment
ist einfach herzustellen
wozu eigentlich
der ganze Aufwand
wenn es nicht so ist
es so zu machen
dass alles immer so wäre



Stunde der Geburt

Ihre Finger streckt sie am Morgen
über den Horizont aus
Nachtlichter verblassen bald vor Taghelle
ein orangener Schein verwandelt
die Landschaft die Berge in
Computergraphik
dann zieht sie weiter
im Kreis



Gegen-Wart 2

Ich lebe fest in dieser Zeit
vertraute Haut fast Kleinigkeit
nur manchmal schwindel ich zurück
erwäge anderes früher an Glück
war mir da nicht der Blick verstellt
warum nicht anders war die Welt
die ich seitdem mein eigen nenne
Haut zieht man aus nicht ich verkenne
auch früher war sie diese Zeit
Begleiter unsichtbar wie heut
fast schon vergangen denkst du dran
sie ist dir niemals Untertan
und streckst du ihr einmal die Waffen
hat sie dich nicht du sie geschaffen
und lässt dich unbeirrt zurück
dahin geht dann nicht mehr dein Blick
allenfalls der von Zeitverwandten
die dich in ihrem Leben kannten
so unsichtbar unscheinbar zart
die Zeit sie ist dein Gegen-Wart



Die Hühner

Die Hühner sind zu Bett gegangen
im Stall da ist kein Laut
was sollen sie auch draußen anfangen
wo bald der Fuchs sie kaut

Das dämmert ihnen in dem Dunkeln
Bettruhe ist angesagt
bevor Fuchsaugen funkeln
wird die Party abgesagt

Das lässt sich auf den Tag verschieben
da ist ein Gackern und ein Krähen
der Hahn wird eine Henne lieben
ein Ei entsteht nicht aus Versehen

Nur still still still dann in der Nacht
wie Hühner schweigen können
das hätte ich nun nicht gedacht
ich glaubte sie zu kennen



Schöner Schein

Wir betten uns in schönem Schein
und lassen das dann wirklich sein
solch reiche Seelen sind hierin
Verpackungen mit gar nichts drin

Doch ist der Schein mal nicht zur Stelle
bekommt die Seele eine Delle
zeitweise angenehm doch wie bei allen
auf Dauer dann doch durchgefallen



Eiderdaus

Wenn ichs mal nicht haben kann
Eiderdaus was mach ich dann
treib es zwischen Zeilen
Leidenschaft zu teilen



Ins Reine

Sag mir wie sieht deine Liebe aus
genauso wie meine
wie ein bunter Blumenstrauß
kommt sie mit uns ins Reine



Diesen Tag noch

Lass diesen Tag noch gelingen
ich setz alles auf eine Karte
der nächste kann mich dann bezwingen
wenn ich auf die Hoffnung warte



Kurzzeitiges Intermezzo oder Vorläufiger Abschluss

Ich komme am Abend heim
die Vögel zwitschern
die Zypressen würzen die Luft
die Bäume bedeckt
ein kleines Gelb
oben an der Spitze
dass die Sonne ihnen lässt
Flaggen für jedes Land
am grünen Mast
hinter den Gärten
verschanzt sich das Land
bald in der Dämmerung
heraus will was
sich ziert
es ist wie immer
und ewig



Etwas zu sagen

Erst lässt man sich alles sagen
ohne groß zu fragen
macht es einfach
ohne Ach und Krach
später entwickelt man Resistenzen
nach einigen Lenzen
erarbeitet Strategien
sich dem zu entziehen
um wieder später zu behaupten
man lasse sich nun nicht mehr enthaupten
hinterfrage künftig auch
höre und denke mit Bauch
die höchste Stufe in diesen Dingen
ist du kannst andere zu was zwingen
du kannst ihnen alles sagen
und sie tun es ohne Fragen



Septemberabend

Wenn der Abend verglimmt
Kinderschreien spärlich
darauf abgestimmt
Schattenwahrheit ehrlich

Nichts gibts mehr zu wollen
alles noch zu tun
doch vor allem Sollen
macht uns Schlaf immun

Zeit ists für die Märchen
Münder stehen offen
und so manches Pärchen
will auf ein Ende hoffen



Entleuchtung

Verdunkelung ist nicht ganz richtig
doch zu begreifen scheint mir wichtig
was mit dem Tage vor sich geht
wenn jemand ihm das Licht abdreht

Da zieht jemand nicht übermunter
dem Tag einfach die Rollos runter
vielmehr entzieht sich eine Quelle
die doch ansonsten sorgt für Helle

Entleuchtung wär da der Begriff
dies fassend mit dem letzten Schliff



Erleuchtung

Erleuchtung kann auch im Hellen geschehen
nur manchmal fällt sie da nicht auf
soll also größte Wirkung entstehen
machs dunkel setz noch einen drauf



Herbstlich

Augen sehn sich satt an Farben
die sie nicht mehr lange haben
kräftig blau und leuchtend weiß
grau bedrohlich schwarz wer weiß
immergrün oder grad noch
gelb geworden rot braun doch
Jahreszeit mit der Palette
keine ist so ja ich wette



Jahreshauptversammlung der Vereinigung der Glücklichen

Herzlich willkommen
im Verein
der Glücklichen
vorab Wohlsein

Wir sind hier zusammen
gekommen dies Jahr
Bilanz zu ziehen
wie es so war

Vorab sei mir eine
Bemerkung erlaubt
es geht uns ganz gut
wenn man es glaubt

Aber es drohen
uns auch Gefahren
Unglücksraben
gibt es in Scharen

Die neiden es uns
könnt ihr euch das denken
dabei haben wir
doch nichts zu verschenken

Wir haben das Glück
uns redlich verdient
und unser Grundstück
sicher vermint

Solln sie doch kommen
die Scharlatane
all die unglücksseligen
Galane

Wir wisse genau
was Glück bedeutet
und dass man sich davon
nicht freiwillig häutet

So lassen sie uns
diesen festen Bund schließen
nur Glückliche hier
bei uns zu begrüßen

Unglückliche haben
bei uns nichts verloren
verdienen sollen
die sich ihre Sporen

Die Glücklichen ja
die sind uns willkommen
da haben wir jeden
noch aufgenommen

Das Unglück bleibe
uns besser erspart
auch weiter in Zukunft
auf glückliche Art

Erhebt nun das Glas
mit mir in die Höhe
auf dass ich euch nächstes
Jahr wiedersehe



Am Webrand

Am unteren Webrand
weiß auch nicht wie ich drauf kam
wie es entstand
der Gedanke wird lahm
Zusammenhänge verschwinden
Knäuel verworren
Enden finden
Auge und Ohren
oder Anfänge
wie es begann
wer ist hier wem
Untertan



Metamorphose

Das absichtsvoll Hergestellte
Tatsächliche
gebiert das Ungeahnte
Mögliche
Unmögliche zuvor



Weiße Kiesel

Zwischen grauen
Begrenzern
verlässt du den Weg
wird es etwas
still



Zwischenland

Das Land geht langsam unter
ach nein es ist die Sonne
die Stimmung schwankt so munter
zwischen Qual und Wonne

Wir werden melancholisch
nur schwer zu widerstehen
die Sonne rot platonisch
morgen das Wiedersehen



Aufstehen

Morgens wenn alle noch schlafen
die sich abends trafen
ein Hahn versucht zu krähen
es klingt wie ein Versehen

Am Himmel die Wolkenfracht
geschoben von Windhänden
da habe ich gedacht
dieser Anfang soll niemals enden

Es ist dann anders gekommen
die ersten wurden wach
und sagten noch etwas verschwommen
Guten Morgen oder Tach

Doch dieses Geheimnis der Stunden
wo sonst niemand auf den Beinen
will mir wie ein Erde umrunden
im Nachhinein erscheinen

Ich nehme es heimlich mit
freu mich auf ein nächstes Mal
kommt wieder der Tag in Tritt
erwarte ich Berg und Tal



Regentropfen

Der Regen plätschert gegen das Fenster
die Abendlichter zerteilen sich in Netzen
irrlichternde Gespenster
wollen das Erlebte petzen

Das eine gehörte zum Ziegel eines Dachs
das andere einem Kuhfell auf der Weide
das dritte zur Autolackschicht eines Kasachs
wofür ihn kein Mitteleuropäer beneide

Sie alle platschen auf das Glas vor dem Gesicht
erzählen dir Momente ihres Lebens
doch übertreiben sie in diesem jenem nicht
verspürst du nicht die Wahrheit ihres Bebens



Ohne dich mit dir

Ich weiß nicht ob es mir nützt
ich fühl mich von dir beschützt
bist du nicht da fehlt mir bald
der gewohnte Halt

Zur Zeit merk ich es wieder
du fährst mir nicht in die Glieder
bist du da fass ich den Knauf
am Fenster anders an auf

Ich hätte das nicht gedacht
was hast du nur für eine Macht
bespreche ich etwas mit dir
liegt es nicht nur an mir

Dagegen fühl ich momentan
was geht mich alles so an
die Straßen sind häßlich so nass
mit dir wär das anders nicht das

Mit dir werden auch nicht Grimassen
die Leute krieg ich sie zu fassen
es geht eine Leere einher
ich sag es doch du fehlst mir sehr

Mit dir hat das alles den Grund
entdecke ich wieder und
deine zärtlichen Hände
bringen die Liebesumstände



Lässig bis durchlässig

Beschwerden der Krähen
in der dürren Luft
Reif auf den Wiesen
lockt nicht die Elstern
Steckrüben Schädel
Hügel auf Feldern
das Eis in den Lachen
knistert hält stand
dem Blick zwar doch
nicht der Prüfung
Karl der Baum kahl
kalauern Spatzen
grün ist die Hoffnung
piepst ihr Instrument
nehmen Flugstunden
kühn im Geäst
nackt die Wahrheit
blühende
Barrieren fehlen



In der Scheinbar

Ich gehe in die Scheinbar
und bezahl mit Scheinen
ist das denn vereinbar
mit Gutem und dem Reinen

In der Scheinbar gibt es
nur ein Scheingetränk
bestellt es wer und nippt es
entsteht daraus Gezänk

Denn es existiert nicht
nur auf dem Papier
und wer das kapiert spricht
gar nicht gut von hier

Gut dass in der Scheinbar
keiner mein Geld zählte
denn es war vereinbar
auch nur Schein dort gelte



Wand(el)

Erst gelb die Wand
jetzt orange
später rot
der Schein trifft schließlich
ins Schwarze



Meinem geschiedenen Sohn

Schon im zarten Alter
entdeckst du die Hinfälligkeit
des Gesagten
dass Zeit die Worte überholt
oder Vergessen vorschiebt
dass Leben nicht unzerstörbar bleibt
und Liebe am seidenen Faden
verzeih mir dass du das erleben musstest
in so jungen Jahren
und die Familie eine Herberge war
mit Hinterausgang zum Leid
und Vertrauen so
zerbrechlich wie du selbst
dem besser vieles
erspart worden wäre
aber ich freu mich
dass du überstehst
was wir dir nicht antun wollten
und dein Lachen so ansteckt
wie Masern im Gesicht
dass deine Albernheiten
bestehen blieben
und deine Neugier zu wissen
nur manchmal deine Augen
suchen etwas
was nicht mehr ist
ich gebe dafür
die Hoffnung dir auf
neue Welten



Vorm Übersommern

Die nachlassende Kraft des Winters
lässt wieder Jubilieren zu der Vögel
die sich erneut heimisch machen
aus der Starre erstes Aufatmen
die Sonne brennt noch keinen Pelz
sticht aber ins Fell
geht unter die Haut wo die Wärme
längstens gefangen sitzt
Herauslassen der versteckt gehaltenen Hoffnung
bald übernimmt sie das Zepter
und die Mäntel werden
in den Schrank gehängt
zum Übersommern



Weltgeschichte

Das bisschen was uns übrig bleibt
in musealen Grenzen
ind ausgestellt die Zeit vertreibt
in unsren eigenen Lenzen

Sichtbar ist wenig auf den ersten Blick
vieles unkenntlich verbunden
mit Ären, Epochen, Schauplätzen, Flick
Werk ist zu erkunden

Lohnt sich die Mühe es lockt das Verstehen
Verbindungen zu erkennen
und bis zum eigenen Untergehen
Ross und Reiter zu nennen

Was macht ein Fürst in Mauridsstadt
Recife heißt heut der Ort
wer setzte Marc Antonius matt
riss mit ihm Cleopatra fort

Warum geschieht jenes und dieses
nicht
hast du die Antwort parat
sei auch in deinen Zeiten erpicht
und dafür dir nicht zu schad

Natürlich bleiben nur kleine Reste
übrig aus alter Zeit
und interpretierbar nicht nur das beste
gib dir Überschaubarkeit

Ein Wandteppich hier eine Skulptur da
hör dazu die alten Geschichten
und schon kommst du Vergangenem nah
und wünschst nicht mehr ihr Vernichten



Nachtmund

Die Nacht hat dich bedeckt
mit kleinen schwarzen Küssen
mein Mund hat dich geweckt
er will von dir was wissen

Wie stark ist denn dein Lieben
will dass es weiter geht
mein Mund will an dir üben
ob er dich auch versteht

Komm dreh dich um die Erde
dreht sich auch komm mach rasch
ich zünde an die Herde
bevor ich von dir nasch



Die Sein

Sich einzurichten
hier und da
kommt das nicht der
Vernichtung nah

Den steten Wandel
zu negieren
woran wir schlechter
Dings krepieren

Sich einzurichten
ist der Grund
vor diesem ewigen
Dauerschwund

Wenigstens etwas
bleibt festzuhalten
wir können das
Design gestalten



Wolkenjünger

Wolkenjünger
lass es mehr als zwölf sein
schenken Wasser
in den roten Wein

Judas in Überzahl
beim Kain und Abendmahl
verratet was da läuft
warum die Welt ersäuft



Luftballast

Schwere Wolken Lasten
übers Land zu hasten
treibt der Wind voran
und was macht er dann

Wolken die zu alt
stellt er blindlings kalt
lässt sie einfach fallen
so macht ers mit allen

Sie vergießen Tränen
wills nur mal erwähnen
Erinnerung zu lieben
fast wären sie geblieben

Doch beinah am Boden spüren
sie Leichtigkeitsallüren
von Tränen erleichtert verjüngt
werden sie wieder beschwingt



Fragen lassen

Ich will mich fragen
will mich fragen lassen
Fragen die ich vielleicht hassen
doch zulassen werde
wie zu Pferde
drauf herumreiten dann diese
auf der großen grünen Wiese
und wenn sie mich dann befällt
diese wirre weite Welt
plumps vom Pferd ich herunter
und der Lebensgeist wird munter



Stadion

Raus damit und schon herunter
stiefeln sie krampfhaft munter
innerlich zwar schon zerrissen
äußerlich noch zu vermissen
Stutzen runter Stutzen rauf
Knochenbrüche nehmen Lauf
und auch Maß am Schienenbein
für Brachialkraft noch zu klein
alles das noch unbescholten
stehn die Jungs haut drauf ihr Holden
gebt es her was wir nicht haben
alles auf den Rasennaben
verausgabt euch unkenntlich
steht dazu dann seid ihr männlich
Kettchen die sind was für Frauen
weg damit und umgehauen
spitzt eure Kaugummiohren
kaut den Gegner unverfroren
eines ist nicht unerheblich
verliert ihr war es vergeblich
und hier habt ihr was geschenkt
euer Gegner gleiches denkt
setzt euch darüber hinweg
das ist der sportive Zweck



Ozonloch

Schneebuden der Gewissensvermeider
zieren ihre arktischen
Gedanken
bei den Eskimos
sagen sie
ist sowieso die Luft raus



Krawille

Unrühmliche Stille
ruft hervor Krawille
du sagst du meinst Krawalle
siehst du du gehst in die Falle
mein Reim war so vorgesehen
musst du gleich alles verstehen



Gedicht der Woche

Ich wär auch gern
Gedicht der Woche
oder pochen sie etwa
auf eine Epoche

Der ich nicht mehr
angehöre
sorry wenn ich
da nur störe

Vielleicht bin ich auch
zu verständlich
und das Handling
zu wenig umständlich

Hab das Gefühl
hab auch was zu sagen
und sei es nur
ich stell ein paar Fragen

Sie machen mich nicht
so schnell kurz und klein
und so leicht stell ich
auch das Dichten nicht ein



Zwei Bücher

Wir sollten uns weiter
Kennenlernen üben
vielleicht wird ja ein Leben daraus
wir sind zwei Bücher deren
Inhalt sich zwischen den Deckeln
ständig ändert
wir sollten reden was
wir hören wollen und
was nicht
passt



Vor Abwegen

Wenn wir eine Liebe haben
haben wir was dagegen
unzerstörbar bleibt da nichts
gehen wir auf Abwegen

Doch was sind denn diese nur
wie kann man das wissen
täglich legt sich neu die Spur
wie wir uns vermissen

Und dazwischen liegt das Glück
fahrlässig droht Entgleiten
zerbricht es gibt es kein Zurück
zu alten Zärtlichkeiten



Von Beginn

Den Tag einwirken lassen
wie eine Maske
tief eindringen die Momente
in die Poren der äußeren
und inneren Haut
später ihn ablegen
Ableger züchten



Kindheit

Der Tag erblickt das Licht der Welt
Antlitz
unverplant
offen liegen die Stunden die kommen
und die nächsten Tage
eine Unendlichkeit
breitet sich vor dir aus
sie heißt Zukunft
und nimmt lange
kein Ende
auf diesen Teppich
legst du deine Wünsche
und spielst mit ihnen
und den Gegenständen
die da sind
alles ist in vollendeter Ruhe
unzerstörbar dein Panzer
bekommt später erst Risse
mit der Zeit
die dich scheinbar vorerst
noch in Ruhe lässt
dann kommen
Verpflichtungen dazu
und die Kindlichkeit
geht schmollend in die Ecke



Ins Schneckenhaus

Zieh mich zurück ins Schneckenhaus
da kann mir keiner was anhaben
du machst mir sorgsam den Garaus
in kleinen spitzen Gaben

Merkst du den nicht wies um mich steht
das Wasser bis zum Hals
und irgendwann ist es zu spät
ich will das keinesfalls

Du fragst nicht warum unentspannt
wie sonst ich nicht hier sitze
es bleibt dir alles unerkannt
warum ich jetzt so schwitze

Die Kälte hat mich fest im Griff
das Konto und dein Blick
schluckst du mich gern als Aperitiv
wovor weich ich zurück

Doch niemals vor den treuen Augen
die mich wie Samt umfassen
ein Ausweg müsste zu was taugen
und mir die Schuld erlassen

Schuld habe ich rein finanziell
außerdem noch Schulden
verkriechen möchte ich mich schnell
in dich willst du es dulden



Aus der Ohnmacht

Nur Worte helfen da noch
mich zu entwinden
aus der Ohnmacht
wirr Gedanken
einzufangen
eh es zu spät ist
und du fort
auf dem Teppich bleiben
wieder Boden gewinnen
aber womit

was ist vorgefallen das
dich so in Rage bringt
dass ich nicht merkte
wie es passieren kann
und wohin gehen
Nun
wir



Bekenntnis

Ich möchte nicht wieder
meine Trauer verstecken
weils auseinanderging mit uns
die Schönheit nicht mehr
wahrnehmen können
weil sie fehlt mit dir
meine Makel verstecken müssen
damit jemand anderer
das Restliche bemerkt
ich möchte nicht mehr
alleine schlafen
ohne dich
mir meine Lust nicht eingestehen dürfen
weil sie einsam bleibt
die Wünsche und Träume an
eine Unbekannte heften
und auf die richtige Zeit warten
lauern
fast wie im Hinterhalt



Vorbei

Als ich vorbei fuhr heute an der Ausfahrt
die ich immer zu dir nahm
bemerkte ich die Träne die mir kam
Erinnerungen peitschten mich derart
die ich mir nicht verkneifen konnte
daran als ich mich Hans im Glück noch mit dir sonnte
da war der Weg zu dir noch nicht unterbrochen
wie jetzt doch komm ich niemals zu dir angekrochen
in die Erinnerung gibt es keinen Weg zurück
hat man sie abgelegt bleibt sie ihr eigenes Stück
doch zerreißt es mir das Herz
jetzt und hier an dich zu denken
wüsste ich nur wie verschmerz
ich es nicht sofort einzulenken
denn die Ausfahrt die ich immer nahm
gibt es immer noch
und die Träne die mir kam
rät mir tu es doch



Ausdruck

Einen Schmerz
auszudrücken
fast ein Schmerz
weniger



Über den Schatten

Warum tun wir so
als ginge uns der andere
nichts an
Warum zeigen wir eindrucksvoll
unser Desinteresse
und beteuern es dutzendfach
Warum bieten wir dem andern nur
die kalte Schulter und verleugnen
dass uns warm wird ums Herz
bei seinem Anblick
Warum gebärden wir uns
als seien wir zur Trennung
jederzeit bereit
als ersehnten wir sie geradezu
und nicht die Versöhnung
Warum lassen wir uns nicht
tief in die Augen blicken
unsere Seele zu sehen
die nicht lügt
Warum verstellen wir uns
auch unsere Zukunft in Liebe
Warum geben wir nicht zu
dass wir sie empfinden
Was ist so schlimm daran
sich das einzugestehen
und dem andern offenbaren
dass er unser Leben ist
Warum verletzen wir uns
statt zu heilen
was wir an Wunden geschlagen
Warum ist das alles so
und nicht anders
wie wir es wünschen
Warum bewegen wir uns nicht
auf unsere Wünsche zu
sondern davon weg

Spring über den Schatten da
ist das Licht



Mit deinen Augen

Heute sehe ich einmal die Welt
mit deinen Augen blinken
wie schön ist sie heut ausgestellt
ich glaub sie will dir winken

Ich sehe einen Sonnenstrahl
er zeigt die Zukunft an
sie leuchtet heller und wer kann
der nimmt sie an die Wahl



Grenzübertritt

Ein Grenzübertritt
deiner Hand
sie überschritt
das Land

Deines Körpers
griff meinen
Eroberungszug
zum Vereinen

Du schickst die
Fingerspione
geschickt wie sie
erkunden ohne

Hast Gebirge und Tal
ihre Weiten
dann wieder schmal
beizeiten

Mit deiner List
kommt die Lust
wie du so bist
habs gewusst

Kann es unendlich
genießen
ist auch nicht schändlich
vergießen

Nur kein Blut
akzeptiert
ergeb mich voll Mut
ungeniert



Dichtung

Ans Dachfenster klopfen
Regentropfen
wie kleine Geschichten
aus Wolken undichten
am Ende das Stammeln
gerät zum Versammeln
ein Wasserschwall
mit einem Mal
was Undichte macht
hat Dichtung vollbracht



Punkten

Den andern ändern
doppelt punkten
sich sicher
mit ihm



Fußgängerzonen-Idylle

Aus einem kleinem Beet
an dem man gern vorübergeht
wachsen junge Bäume
groß noch die Zwischenräume

Sie werden von Stricken gehalten
daneben stehen Gestalten
frierend vornübergebeugt
argwöhnisch beäugt

Sie tragen Käppis Kapuzenshirt
und schlabberlange Hosen
und denken ihr junges Leben verdörrt
in stillen Verzweiflungsdosen

Sie tragen auch Kippen zwischen Lippen
wenn sie nicht an der Bierflasche nippen
fast Inventar der Not
sie schlagen die Zeit hier tot

Sie stehen um das kleine Beet
an dem man gern vorübergeht
vornübergebeugte Gestalten
die Langeweile verwalten

Nur manchmal ein gelalltes Wort
findet den Weg von hier fort
jetzt sprechen sie jemanden an
Guten Tag wünschen sie einem Mann

Sie wünschen andern was sie nicht oft haben
und was sie auch selten hatten
weißgott dies Idyll ist wenig erhaben
wer schert sich um sie in Debatten



Windrad

Ein Stern dreht sich im Kreise
ein Windrad ziemlich leise
ganz aus der Ferne Idyll
näher dran gar nicht mehr still
dort klingt es ziemlich laut
wies Energie anbaut
und die Rotoren schnellen
herum scharfe Gesellen
wirbeln um die Wette
die Lüfte die man gern hätte
kann sie nie ganz erhaschen
Wind gibt es nicht in Taschen
es ist nur die Ahnung davon
was gutes Geld bringt und Lohn
die farblose Bewegung
versetzt das Blatt in Erregung



In Anbetracht der Zeit

Die Zeit vergeht auch ohne dass
ich mich um sie bemühe
und irgendwann beiß ich ins Gras
wie siebentausend Kühe

Die Zeit kümmert sich nicht groß
um mich und all die Sachen
setz ich mich zu ihr in den Schoß
will sie prompt Liebe machen

Die Zeit vergeht auch ohne dass
ich sie nun groß beachte
verjagen kann ich sie nicht was
wär wenn ichs trotzdem machte

Die Zeit vergeht wird niemals alt
da mach ich was ich will
geh ab und zu gern in den Wald
und halt mucksmäuschenstill



Ich möchte

Ich möchte über deinen Körper wandern
mit meinen Fingern und der Zunge leicht
wie in dem Lied von einem Ort zum andern
bis nach und nach der Gipfel ist erreicht

Ich möchte gern in deinen Körper tauchen
mit meinen Gliedern in den feuchten Höhlen
und wie ein Tiefseeforscher überwältigt hauchen
fernab von Sorgen und Querelen

Ich möchte gern durch deine Lüfte wehen
wie eine Brise von dem weiten Meer
das dir ganz nah kommt und durch dich geschehen
in deinem Atem vor und hinterher



Auf Tauchstation

Wir erschwimmen uns den Ozean
die kleinen Weiten
wir gehen auf Tauchstation
in Ewigkeiten

Wir lernen die kleinen Kuppen
kennen der Gänsehaut
das Zittern der Empfindung
das sich darin verstaut

Aber was sage ich wir
mir geht es so mit den Gefühlen
weiß ich denn ob sie bei dir
genauso tief ausfielen

Und ob alles hält bis zum Schluss muss ich denken
der uns beide nicht kalt erwischt
wollen wir uns reinen Wein einschenken
oder wird was anderes aufgetischt

Du bist ein Lebensmittel für mich
mein Lebensmittelpunkt
doch ertrinken möchte ich nicht panisch
wär ich das für dich nicht und

Was kann ich mir anderes vorstellen
ohne dich Lust als Verlust
das Leben hat dauernd Stromschnellen
ich will dass du möchtest nicht musst



Was zählt

Was für mich zählt ist dass du mich liebst
mit den Lippen nicht nur bekennst
ich unbeschwert ohne Frist
und du dich nicht kopflos verrennst
in meine Eigenmacht
die dich manchmal verletzt
es ist keine Niedertracht
was deine Wünsche versetzt
Komm lass uns reden das eint
vereinigen tun wir uns später
ich will dass von uns keiner weint
und den andern sieht als Verräter
Erleichtern wir uns die Seele
mit dem was im Magen brennt
ich will nicht dass einer sich quäle
und sich danach nicht mehr kennt
nicht weg pumpen sollen Bäuche
was panisch sich einverleibt
ich möchte dich und dein Gekeuche
dass nicht die Zeit es vertreibt



Entgegenkommen

Ich komme dir entgegen
du weichst etwas zurück
wie du willst meinetwegen
weiche ich auch wieder ein Stück

So kommen wir nie zusammen
und dabei waren wirs schon
warum sind wir nicht wo wir herkamen
und was kommt nun wovon

Ich wünsche mir wieder die Nähe
und wünschte du wärest verrucht
wie früher wieder ehe
deine Nacktheit wurde betucht



Halt

Ich halte deine Hand in meiner
und in mir wächst so ein Gefühl
wie stark sind wir verbunden
kaum auszudrücken durch die Worte
wie Buchstaben sind deine Finger
verfassen Liebe und Vereinen
sind schon wie unsre Beine ineinander
und nähert sich dein Mund
hauchst du die Ewigkeit vor diese Stunde



Dein Traubenmund

Dein Traubenmund
die Völle deiner Lippen
berühren mich derart und
spür sie an mir nippen

Dein Traubenmund
so rotgleich unter anderm
fühl ich auf meinem Bauch und
weiter runter wandern

Dein Traubenmund
an einem Schaft der pocht
das Blut hinein und
du zündest den Docht

Dein Traubenmund
um ihn ach wie er pulst
und sich schon fast vergisst und
fast vergießt im warmen Wulst

Dein Traubenmund
und wie er ihn versteckt
in dem Gewölbe und
wie deine Zunge an ihm leckt

Dein Traubenmund
und wie er an mir saugt
wie er entführt mich und
zu diesem ach so taugt

Dein Traubenmund
und dann ein sich Entgleiten
es sind die immer kleinen und
auch großen Lustbarkeiten

Dein Traubenmund
und wie er sich verliert
das Rückgrat wie gekrümmt und
völlig ungeniert



Zeitvertreib

Sei mein Zeitvertreib
mit deinem Unterleib
setz dich auf mich
will dich inwendig
zeig den zarten Nacken
den dein Haar umspielt
Zähne zeig ich packen
dich dein Nacken fühlt



Immer weiter

Der Kopf ist immer weiter
als alles was da ist
und er ist niemals zweiter
und er kennt keine Frist



Vor allen Dingen

Die trocknende Wäsche
gehört dazu
nutziges Nichtstun
ohne Zutaten
die Tasse Kaffee oder Tee
die die Welt spiegelt auf
ihrer Oberfläche
solange sie voll ist
unberührt
und die Stille
wie sie rauscht
und empor hält ihre
weiße Fahne
Bewegungslosigkeit
im Ohr
und die Hand
die daneben greift
ans Kinn
und sich
eingesteht
nicht weiter zu wissen
als bis hierher



Weißer Hase

Auf dem Kreativgelände
hockt ein weißer Hase
Pfoten nennt man seine Hände
Scharte seine Nase

Und er schlägt den Purzelbaum
baut sich auf kopfunter
stellt sich ja man glaubt es kaum
wieder an putzmunter

Hinter sich in eine Reihe
ist als nächster dran
und bekommt dafür die Weihe
was er alles kann

Doch dann geht dem Meister Lampe
plötzlich auf ein Licht
gibt es hier denn keine Rampe
nein dann eben nicht

Auf dem Kreativgelände
hoppelt nun der Hase
wetzt mit Pfoten ganz behende
Scharte aus wie Nase



Pixel

Pixel sind die Momente
einzeln erlebst du sie
wenn sie jemand erwähnte
werden sie Poesie

Umrisse und Konturen
wörtlich zubereitet
sonst verwischen die Spuren
Erinnerung entgleitet

Pixel sind die Momente
einzeln erlebst du sie
sammel vehemente
Bilder für die Galerie



Erzeugnis

Ich mag wie deine Finger spielen
an Sachen die dir nicht gehören
sie erzeugen an Gefühlen
welche die mich gar nicht stören



Nachbar

Hallo Nachbar guter Mond
wie er Himmel nachts bewohnt
und uns alles wohl erhellt
aber nur die halbe Welt



Große Stadt

Hab mich nicht davongestohlen
aus der großen Stadt
geb nicht auf dort was zu holen
was nicht jeder hat

Leb zwar unter kleinen Leuten
und auf kleinem Fuße
doch ich will mich weiter häuten
das nicht nur zur Muße

Glaube fest das Wort kann nähren
mich und auch die Meinen
große Stadt ich nutz die Fähren
um uns zu vereinen

Gerne wohnte ich dir bei
tief in deinem Innern
unzertrennlich sind wir zwei
will mich gern erinnern



Zuviel

Manchmal wird es zuviel
sich die Seele aus Leib zu hetzen
und das Messer für den Feind zu wetzen
manchmal ist es einfach zuviel

Manchmal wird es zuviel
drüber nachzudenken
wieviel Jahre wird mir Gott noch schenken
manchmal ist es einfach zuviel



Möglicher Riss

Früher war die Welt
denke ich manchmal
in dunklen und einsamen Stunden
wenn ich nicht zuhause bin
und will es gar nicht denken
früher war die Welt
noch in Ordnung
doch nur der Schein
der uns zusammenfügte
entdecke ich dann
bei genauerem Hinsehen
ich bin gescheitert meinem Sohn
Untrennbarkeit zu beweisen
er sollte sich bewahrt fühlen
vor allen Veränderungen da draußen
die Angst machen können
und es auch tun
das war die heile Welt die sich dann
um uns trennte
und durch die neue
heile Welt die ich ihm bauen möchte
geht immer nun ein möglicher Riss



Kniehoch

Kniehoch der Tag wird langsam hell
erhebst du im Bett dein Zaubergestell
steigst aus den berankten Laken
aus dem deine Beine staken



Schon in der ersten Nacht

Schon in der ersten Nacht
als du so bei mir lagst
da habe ich gedacht
ob du mich einmal fragst

Dass wir zusammen leben
jede Nacht ein Geschenk
das wir uns beide geben



Es liegt an dir

Es liegt an dir
wie eine Last sich löst
und wie ein Hund faul
in der Sonne döst

Es liegt an dir
und schlummert wie apathisch
berührt dich sein Berühren
und wirst du fast fanatisch

Es liegt an dir
du willst doch hoch hinaus
dann form es dir
ein Handwerkzeug daraus

Es liegt an dir
willst du dass es sich fügt
in dich und keinesfalls
sich nur damit begnügt

Es liegt an dir
mit Spaß viel zu erreichen
dazu brauchst du Gespür
musst es fortwährend eichen

Es liegt an dir
und fordert dich heraus
öffne die Tür
und mach ihm den Garaus



Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel
aber doch nicht beim Essen
da bin schon auf
das Ergebnis versessen

Der Weg ist das Ziel
doch fahr ich nach Hause
komm ich auch gern an
zur finalen Pause

Der Weg ist das Ziel
doch gilts bei den Gräbern
dorthin zu kommen
kanns gerne behäbern



Schirmherrschaft

Regenschirme regieren
wenn der Regen sich regt
kaputte Kappen kapieren
solang sich die Lage nicht legt

Regenschirme regenerieren
standfest in Ständern
feuchte Füße frieren
wie will wer das Wetter verändern



Schmetterlingseffekt

Schmetterlinge haben Uhren auf den Flügeln
jede Sekunde verleiht ihnen einen andern Schlag
scheinbar nichts vermag sie zu zügeln
treibende Kraft ist was das Treiben vermag
und sind die Hände mal ganz zitternd kurz gefaltet
und die Fühler biegen wachsam sich in dieser Luft
wär der Moment nur langsam erst veraltet
denn Uhren schlagen hetzend aus der Kluft
zwischen dem Jetzt und dem Gleich wachsen still Momente
und Berge tun sich auf von Zwischenzeiten
und dies Verharren ist die Komponente
sie zu ertragen und zu nutzen all die Weiten



Erheblicher Verlust

Ist es nicht erheblich
dieser Hauch von Vergeblich
Laub blättert ab von Bäumen
Zweige mit Zwischenräumen

Die grüne Frische verkümmert
erst gelb dann rot dann braun
und irgendein Schritt zertrümmert
was welk ist anzuschaun

Wir kehren in uns versunken
die Wege und zu uns zurück
hat da nicht ein Blatt gewunken
nun schwebt es nach unten ein Stück



Herbstzutat

Die Bäume werden lichter
nicht mehr so kraus ihr Haar
es ist die Zeit der Dichter
die blicken auf das Jahr

Und ihr Papier wird reich
an Farben Zeit der Ernte
dem Baum dort gar nicht gleich
der Blatt um Blatt entfernte

Sie horten ihre Blätter
mit Schriften wie die Adern
betragen sich wie Retter
die mit Verfallen hadern

In Druck geht es am Ende
was sie alles verfassen
dann falten sie die Hände
um es erstmal zu lassen

Doch wenn im Frühling dann
Blätter sich neu entwinden
kommt über sie der Zwang
wieder Worte zu finden



Mehrfachverstehen

Dies Absondern hier
schafft Sonderheiten
von mir zu dir
Wortkleinigkeiten

Dann Botschaft
und davor Verbindung
zusammengerafft
kurz Daseinsfindung

Bis andre kommen
und darin sehen
unvoreingenommen
ein zweites Verstehen

Ein drittes und viel mehr
kommt schnell dahinter her
ich staune was gemeint
ich haben könnt wies scheint



Verweilexpress

Das was ich zu sagen habe
sag ich in vier Zeilen
nenn es eine Schnelllausgabe
lad ein zum Verweilen



Einfach gestrickter Alltag

Ich bin einfach gestrickt
freue mich darauf
ein Gedicht zu schreiben
wenn ich nach Haus komm
setze mich hin
und schreib es
aber es liegt an dir
dass es so gut geht
wwenn wir uns streiten
bin ich durcheinander
und gar nicht mehr
einfach gestrickt
und die Gedichte
bleiben aus
oder werden ein Zwang
mich zu befreien
aber nicht mehr
so leicht



Gedicht mit -one

Ich war mit Simone
in Limone
kaum Telefone
bei einer Canzone
ich lieb dich die Bohne
sag ich ihr im Tone
dass es sich lohne
zum Nachtisch Melone
und später Simone
war oben ohne
als ich beiwohne
sie sagt nicht verschone
mich in dieser Zone
so schön in Limone
wars mit Simone



Betrug

Betrug kommt von Betragen
weiß ich vom Hörensagen
betrug der Wert will sprechen
wer ahn ich ein Verbrechen



Nur eine Idee

Die Idee ist gut
denke ich mir
kein alter Hut
durchschreit eine Tür

Sie muss lediglich
ausgeführt werden
aber wohin frag ich mich
hier auf Erden



Dimmerlied

Im Abend verdimmert
Wiese und Feld
doch es verschlimmert
sich nicht die Welt

Wenn Enten quaken
Vögel konzertant
bett ich mich auf Laken
und setzt mich instand

Und Bienen versummen
summa sumarum
Bilanzen verstummen
weshalb denn darum

Die Katze schleicht sich
durchs dunkelnde Gras
noch raschelt es wahrlich
doch bald wird es nass

Einen Mord begeht
sicher der Habicht
er jagd querbeet
ganz oder gar nicht

Der Mond geht an
die Nachtlaterne
da ist was dran
ich seh ihn gerne

Die Vögelschelte
umflattert das Haus
bald kommt die Kälte
verweht uns Schlussaus



Firlefanz

Ich hör es firlefanzen
querfeldaus und ein
belausche abends die Wanzen
und ihr Knispellatein

Sehe was mich verkümmert
und mir die Zeiten nimmt
ob sich der Zustand verschlimmert
wie mans nimmt



Versunkene Welt

Eine Welt entstehen
lassen ganz in sich versunken
ihr begegnen und dann sehen
jemand hat gewunken

Eine Welt entstehen
lassen tritt aus ihr heraus
sie erleben und verstehen
sieh was wird daraus

Eine Welt entstehen
lassen Fenster wie auch Spiegel
Selbstbildnis und Fremdgeschehen
Geschirr ohne Zügel



Kaiserglocke

Die Kaiserglocke bestenfalls
schlägt lauter nicht und stärker als
die andern in der Runde
nicht nur zur vollen Stunde

Du denkst womit hat sie das sich
verdient das Wörtchen kaiserlich
ist sie doch unter vielen
auch eine nur mit Schwielen

Genau dort trifft der Schlegel
bei ihr genau den Pegel
turnt wie an einem Reck
und trifft den Ton recht keck

Wie auch bei andern Glocken
bleibt er gern darin hocken
um sich empor zu schwingen
zu pochendem Gelingen

So scheppert es vom Turm
erschüttert Spatz und Wurm
und leere Suppenteller
zur Messe gehts jetzt schneller

Wenn eben noch der Löffel scheppert
im Teller ohne dass er ihn zerdeppert
klingt nun der Nachtisch dir im Ohr
bald stehst du vor dem Kirchturmtor

Fast ist es schon gebieterisch
die Glocke bringt dich weg vom Tisch
sie ist die Majestät im Glauben
wag nicht dir andres zu erlauben

Und deswegen nenn Kaiserglocken
ich diese Güsse die verlocken
die Einkehr sie kommt wie gerufen
hat gar nicht mal so viele Stufen

Außer du erklimmst die Höhe
wo die Glocke hängt doch wehe
kaiserlich ist dort der Schall
und es droht ein Zwischenfall



Traumblatt

Farbenspiel
im Herbstesland
bunte Pracht
vorm Untergang

Spielerfarben
landesherb
Prachtbund
unterm Vorgang



Herbstblatt

Welch Farbenspiel
der Baum am Abend
vor dem Untergang



Moderne

Das Bild hängt schief
nein hängt es nicht
wer da so lautstark widerspricht
ein Kenner ist es der da rief

Die Striche supralineal
gemalt als Widerstand
das Gegenüber diagonal
wirkt gar nicht so entspannt

Erklärversuche hin und her
mir sagt das Schräge gar nichts mehr
war denn der Künstler nicht in der Lage
zu zeichnen mit einer Wasserwaage

Moderne Kunst wirkt manchmal tief
das Bild hängt meinetwegen
vielleicht wirklich gar nicht schief
dafür jetzt der Haussegen



Abhängig

Gehst du mit
eine Runde abhängen
hör ich einen Jungen fragen
Wovon
frage ich
mich



Das Leben wird ocker

Das Leben wird ocker
der Abend vom Jahr
die Bäume trocken
was grün einmal war

Das Leben wird wollen
Fasern bedecken
mehr als sie sollen
um was zu bewecken

Das Leben wird erdig
Friedhofsfäule
zieht rüber werd ich
erstarren zur Säule

Das Leben wird tiefer
eine Art Wärme
eben noch schlief er
der Pups im Gedärme



Fadensonnen

Fadensonnen
verwebte Zeit
Seiltanz der Spinnen
wie führen sie
sich auf
Aufführungszeichen
im Herbst
alter Weiber Sommer



Später Sommer

Der späte Sommer hatte seine Mühen
uns noch einmal die Wärme einzubläuen
die wir vergessen hatten beim Bemühen
uns über andere Dinge vorerst noch zu freuen

Grau war der Himmel alle Tage
und das Gemüt kollaborierte mit dem Grau
kam das nun alles nicht mehr so in Frage
durften wir nehmen etwas nicht mehr so genau



Mein Hamster Alonso

Mein Hamster heißt Alonso
das kommt nun mal davon so
sieht er Formel 1-Boliden
sitzt er nicht mehr rum in Frieden

Er begibt sich in die Rolle
und läuft hinterher der Tolle
wenn sie auf dem Bildschirm flitzen
nein er kann dann nicht mehr sitzen

Und nach zwei Stunden im Rad er
hat so was wie Muskelkater
warum macht der das fragt Peter
fährt selbst Fahrradergometer



Am besten

Am besten ist ja
neben sich zu wissen
ein Du das wird
zum Wir



Vermisst

Ich vermisse dich
in meiner Vergangenheit
ich erfreue mich
an deiner Gegenenwart
ich erhoffe dich
in unserer Zukunft



Vergehen

Die Finger der Wolken
legen sich über die Wunde
des Abends
rot



Rosenblüte

Dein Ohr ist deine Wunderwaffe
konturenscharf geschnitzt
ich steh davor aus Lack ein Affe
lächel es an verschmitzt

Es ist wie eine Rosenblüte
verschachtelt und verhüllt
das Blatt so zart du meine Güte
wenn jemand daran spielt

Wenn meine Zunge darin bohrt
bist du ein Stück zungenbeohrt
du stöhnst und ich seh weiter unten
ein Ebenbild lass mirs auch munden



Zug in der Nacht

In der Stille der Nacht
erschallt der Zug lauter
sein Rattern sein Schlagen
auf den Gleisen
schnell weg schnell weg
schnell weg
grollen die Eisenräder
in der ansonsten geräuscharmen Nacht



Ausgang

Die Grillen zirpen
der Mond ist voll
über den Feldern
Landschaft im Soll

Ein paar Kilometer
weiter weg
erleuchtet die Stadt
übertüncht Dreck

Augen funkeln
wie Reklame
gib deine Nummer
wie ist dein Name

Zurück daheim
zirpen die Grillen
Reißverschlussreißen
lautstark im Stillen



Gipfel

Auf dem Gipfel des Glücks
wird die Luft dünn
zum Aufatmen



Elementares Gedicht

Ich sah in Brühl
die Sonne blinken
es war nicht viel
ich wollte winken

Hab dann überlegt
rüber zu fahren
denk unentwegt
ich halt mich zum Narren

Dann dachte ich
wenn du drüben bist
weißt du da wirklich
ob noch Sonne da ist

Ich hab auf den Rutsch
spontan verzichtet
bald war Sonne futsch
und ich hab gedichtet



Mäuseexpress

Ich sah eine Maus flitzen
im Bahnhof auf dem Gleis
ich habe mich gewundert
denn dort ist es nicht leis

Der Zug wurd bald erwartet
ich sah wie sie schnell rannte
als ob sie die Fahrpläne
in und auswendig kannte

War sie zu spät dran
wollte sie etwa einsteigen
und fand keine Treppe
vom Gleis zu den Bahnsteigen

Oder wollte sie studieren
den Gleisbau für die Mäusebahn
die sie bestimmt bald mit Ihresgleichen
unverzüglich in Angriff nahm

Zwischen Schotter und auf Schienen
flitzte sie schier unermüdlich
es war Abend Regen troff
vielleicht sah sies unterschiedlich

War auch gar nicht mehr so grau
alles durch das graue Mäuslein
und sie war wie ich dann auch
einigermaßen aus dem Häuslein

Ich bin alsbald eingestiegen
als der Zug kam glaube doch
sie wird ihm entkommen sein
irgendwo husch in ein Loch

Sie kann sich doch auch verstecken
zwischen Schotter oder Steinen
manchmal Winzigkeit von Vorteil
ist will es mir nun erscheinen



Verbindend

Klar es gibt eine Verbindung
zwischen Kopf und Gliederteil
seh dich räkeln in Verwindung
werd ich oben unten geil

Und wenn du mich dann berührst
ist mein Kopf damit so voll
dass du ihn gleich mit verführst
und ich find es einfach toll



Außer mir

Ich bin etwas außer mir
sitz vor einer Scheißhaustür
und versuch zurückzulassen
was zu mir nicht mehr will passen

Es war in mir Teil des Ganzen
wurd bekämpt mit Speeren Lanzen
heißt mit Zähnen sehr zerkaut
und dann anschließend verdaut

Wieder wurd ihm zugesetzt
von Bakterien zersetzt
wanderte das in die Tüte
meines Darms du meine Güte

Und ich scheide es nun aus
das Benutzte muss nun raus
es war doch nie ganz bei mir
also setz ichs vor die Tür



Rotes Tuch

Du bist für mich ein rotes Tuch
das ich gern entkleide
und verrucht bist du genug
dass ich manchmal leide

Wenn ich dich zu fassen kriege
schwillt mir doch der Kamm
und noch mehr wenn ich dann liege
neben dir ganz klamm



Hohes Bein

Ich streichele dein hohes Bein
es recht dir bis zum Po
ein Foul kann das doch niemals sein
ballgleich ist er doch so

Der Rundung möcht ich Küsse schenken
und ließe sie mich ein
ich würde mich sanft in dich senken
und auch nicht Tor Tor schrein



Platz da

Platz sage ich dem Hund
platz sag ich dem Ballon
der erste bleibt gesund
der zweite stirbt davon

Hat dieser etwa mich
einfach nur falsch verstanden
und kam ganz fürchterlich
auf die Art sich abhanden

Ganz schrecklich dieser Vorfall
er tut mir furchtbar leid
ich höre noch den Knall
der Hund biss zu derzeit



Alte Liebe

Sie hatte mir das Herz gebrochen
ich sah sie dann nie wieder
doch neulich war als hätt gerochen
den Duft ich ihrer Glieder

Ich stand am Bahnsteig um halb neun
früher stieg ich dort aus
fast wollt ich nach dem Rechten sehn
in ihrem alten Haus

Dann stieg ich doch nicht in den Zug
er fuhr ohne mich ab
Erinnerung war mir genug
die ich zeitlebens hab

Ich stieg dann in den Zug zu dir
das war die Gegenwart
entgegengesetzt wird es mir
ich treff mein Glück sehr zart

Warum ich dieser Hans im Glück
an alte Zeiten denke
weil es mir half ein gutes Stück
die Liebe dir zu schenken

Sie hatte mir das Herz gebrochen
wie andre später auch
dann hab ich deinen Duft gerochen
nun kribbelts mir im Bauch



Pubertäter

Die Poren verstopft
Verhalten verkopft
Glieder zergliedert
Körper vermiedert
Mieder vermieden
Scheiden verschieden
blass entblößt
lüstern erlöst



Hingehalten

Gehör nicht zu den Bösen
auch wenn ich stecken will
was in dich zum Erlösen
hältst du nicht gerne still

Mal gibst du dich so offen
als könnt ich alles haben
dann wieder muss ich hoffen
nicht allzu lang zu darben

Du gibst dich rätselhaft
weiß nicht woran ich bin
was dir Vergnügen schafft
warum hältst du mich hin



Geglückt

Was nicht mehr drückt
ist das geglückt
der Schuh und auch die Last
ein Leben ohne Hast
doch was ist mit dem Scheitern
kannst du ohne erheitern



Schwerelos

Schwerelos auf Erden
leichter Gang belohnt
beschwert ohne Beschwerden
etwas ungewohnt

Mühen nicht zu Lasten
und die Schultern frei
schweres Los nicht hasten
und der Blick ganz neu



Noch mal gutgegangen

Keine Angst
die scheitern kommen
nicht auf den Scheiterhaufen
der hieße dann auch anders obwohl
viel fehlt manchmal nicht



Weißes Gespräch

Tisch gedeckt
mit Schweigen
papierene Rede
beschrifteter
Zungen



Versöhnt

Das Land mit sich versöhnt
am Abend bleibt ein Rest
es ist doch nicht verpöhnt
dass er uns hoffen lässt

Das Land mit sich im Reinen
ich jedenfalls mit mir
und so will mir erscheinen
ähnlich geht es auch dir

Die letzten fahren Wege
fast alle führen nach Haus
das sind solche Belege
so wird ein Schuh daraus

Laternen kerzengerade
erleuchtet ist ihr Haupt
Scheinwerfer jammerschade
wer nicht Idyllen glaubt

Das Land mit sich versöhnt
am Abend bleibt ein Rest
es ist doch nicht verpöhnt
dass er uns hoffen lässt

Das Land mit sich im Reinen
ich jedenfalls mit mir
und so will mir erscheinen
ähnlich geht es auch dir



Grillaus

Abgedankte Felder
abgegrastes Land
Stoppeln Ähren Gelder
ab und durchgebrannt

Gerade stehen Halme
für die Luft Spalier
und vorm ersten Qualme
Insekten Quartier

Himmel so lala
schwer vorherzusagen
Wolken sind zwar da
kommen nicht zum Tragen

Müde zirpen Grillen
Griller zirkeln müde
altersschwach im Willen
Wurst aus Plastiktüte

Beinah ist die Stille
formvollendet Krach
kommt von dem Gestühle
Bein schläft ein wird wach



Meinen Eltern

Ihr gebt mir Halt
ihr seid gerüstet
mich wieder aufzurichten
als ich fiel
ihr gebietet mir Halt
wenn ich weitergehen will
ihr seid meiner
Meinung im Wege
die ihr nicht teilt



R leben

Erleben ist mehr als leben
Erleben hält dich im Bann
es wird dir etwas gegeben
du fragst dich erinnernd was wann

Erleben heißt davon erzählen
was vorgefallen ist
was zutrug sich es wird dir fehlen
wenn du es einfach vergisst

Erleben heißt Leben behalten
vielleicht erzählt man es weiter
so wird es niemals veralten
verlass dich drauf glücklich und heiter



Lichte Momente

Am Himmel sichtbar
die Häuser nicht hoch
gebaut an diesen
Wegen wo ich
zuhause bin
hier trägt die Luft
weit von überallher
meinen Blick
davon



This is the ent

Entsprechend entsagend
entgegnend entfragend
entmaulend entschreiend
entrufend entmeinend
entbrüllend entkreischend
Endsilben erheischend
entredend entpetzen
entflüsternd entsetzen
entwispernd entraunend
entstimmend entlaunend



Scheißgedicht

Ich kenne meinen Nachbar nicht
hab ihn nie vorher gesehen
völlig fremd ist mir sein Gesicht
was er sagt kann ich nicht verstehen

Er gibt nur komische Laute von sich
und sondert etwas ab
das stinkt mir gewaltig so dass ich
ihn am liebsten nicht neben mir hab

Aber was willst du machen den Nachbar
kannst du nicht vor die Türe setzen
das ist auf keinen Fall machbar
und würde ihn auch verletzen

Also musst du es aushalten neben ihm
es sind ja nur die paar Minuten
die allerdings sind recht intim
dann trennen sich Wege und Routen

Jetzt poltert es etwas und Wasser läuft
ihm ist etwas reingefallen
das nun ertränkt wird und ersäuft
Schritte im Vorraum erschallen

Der Scheißkerl ist draußen erledigt der Fall
er hat das Scheißhaus verlassen
und ich fühl mich mit einem Mal
erleichtert und sehr gelassen



Zugedacht

Wo ich herkam sind
ganze Bergkuppen mit
Vergeblichkeit bestrichen
wer macht denn so was
hier hätte ich es geschafft
unglücklich zu werden und
zu scheitern in
irgendwelchen Verhängnissen
ich ging weg
woanders nun
zu scheitern
in den Augen der anderen
die mir etwas anderes bei sich
zugedacht hatten



An einsamen Kanälen

An einsamen Kanälen
wo alles langsam fließt
die Eintönigkeit beobachten
das Schilf das sich bewegt
mehrfach in der Minute
auch das eine
Möglichkeit
in dieser Einsamkeit
die unendliche Sehnsucht
mitgenommen
zwischen Schilf und
Träumen im Rohr vielleicht
wäre ich auch da
jemandem begegnet
mich dieser Hoffnungslosigkeit
zu entreißen alleine
wäre ich sonst
dort verendet
an diesen
einsamen Kanälen
auch wenn die Abendsonne
hübsch auf dem Wasser leuchtet
und Gespräche vom Wasser
der Wind vorbeiträgt von denen
die sich darauf bewegen



Nimm

Ich muss dir etwas mitteilen
es geht nicht in einem Brief
er würde sich nicht beeilen
wär nicht da bis ich schlief

Ich muss dir etwas zustecken
es ist nicht ein Kassiber
aus Zellenecken
wär dir das denn lieber

Ich muss dir etwas beichten
es ist auch gar nicht schlimm
es ist von einem Leichten
hier ist meine Liebe nimm



Eine dieser enttäuschten Frauen

Schon ein wenig abgedankt
der Hoffnung
schon ein wenig der Blick
vielfach enttäuscht
von schlecht möglichen Wendungen
schon ein wenig schwer
umzustimmen das Leben
neu abzubuchen und die Liebe
aber immer noch nicht ganz
hoffnungslos zum Besseren
und aller Mut
noch nicht genommen
immer noch dieses
Abenteuer ersehnen
glimmendes Glück



Abwarten

Früher wartete ich ab
dass etwas passierte
dass sich etwas ereignete
in meinem Leben
heutzutage
passiert etwas ich hab
das Abwarten satt
ich ereigne etwas



Hügelkette

Die Hügelkette mit einem Mal
Hoffnung gebend
Standort Aussicht radikal
sich dabei erhebend



Schwere Luft

Die schwere Luft
sammelt sich in der Ebene
Grillen sägen daran
Vögel stoßen ihre Lieder
hinein
der Hahn tut einen
verzweifelten Schrei nichts
fällt zusammen



Wieder besser

Jetzt gehts wieder besser
das Wetter hat sich gewandelt
zum Guten und
die Mienen aufgehellt
wie durch ein Wunder
nicht alles
liegt in deiner Hand



Begehbares Meer

Das Meer
fast begehbar
knietief
stehen welche noch
weit draußen
Fehmarn gestochen
scharf die Hochhäuser
fast Dänemark in Sicht
und auf der anderen Seite
die Insel
zeigt sich
nicht alle Tage



Kaum denkbar

Dass hier jemand wohnt
denk ich beim
Vorbeifahren
die Landschaft neben
der Autobahn
fällt durch
Unscheinbarkeit auf
Felder an Felder
wahllos Bäume
dann und wann ein
Gehöft
Pappeln weiter weg
reihen sich ein
Kühe gesenkten
Hauptes tun Buße ach nein
sie weiden nur
Pferde im Abendrot
braun unnahbare
Silhouetten
wer hier seine Zäune
zieht kennt jeden Stein
selbst die notdürftig geflickte
Scheune hat ihre Geschichte
andere fahren
vorbei
erkennen keine
Ordnung



Erinnerung an eine ferne Kindheit

Der Tag der roch nach Sonnencreme
und tausenderlei Dingen
alles war nur angenehm
Aromen vom Gelingen

Alles war so dauerhaft
und unendlich lang
Meeresbrise Weidenschaft
Muscheln Stein und Tang

Jedes kehrte einfach wieder
kehrtest du zurück
Leidenschaft fuhr in die Glieder
ganz war jedes Stück



Verwunschen

Sich Wünsche zu erfüllen
ist eine Rückkehr
zur Jugend



Ausgegeben

Fühle mich unwohl
hab wieder Geld ausgegeben
nichts Extravagantes
Lebensmittel
die sein mussten
eine Flasche Wein
okay die vielleicht nicht
schon war wieder
ein Zwanziger weg
ach ja und dann noch
Lotto gespielt
Milionär zu werden
muss ja erlaubt sein
wem eigentlich beichte
ich das alles die Bank
stellt sich sowieso taub



Ende vierzig

wollen die Muskelgruppen
sich fallen lassen
dagegen ankämpfen
tagtäglicher Widerstand
nicht so zu sein
wie du bist
Motto lass dir nicht alles
gefallen mit der Zeit
im Alter ist
das Leben manchmal komisch
zu dir



Praktisch Ruhe

Das Klopfen der Zeit
das Pochen
das Gemurmel dazwischen
der draußen



Du kamst zu mir

Du kamst zu mir
ein kleines Tier
gekrochen
wild versprochen

Du machtest klar
was darauf war
entkommen will
ich nicht halt still

Du schmiegst dich
eng an mich
machst allerhand
mit deiner Hand

Wir werden froh
auch beide so
ich finde dich
hauchzart dein Ich



Herhalten

Ich sollte vielleicht weniger
mich verausgaben
nicht herhalten
für alles
mich ausgeben
ohne Rückgeld
mit Ach und Krach



Lippenblütler oder gehauchte Stunde

Du zügellos beinah
im Dunkeln
entkleidest mich
schiebst meine Vorhaut
herunter
dein Mund
spitzt sich
tunkt einen Kuss
auf die Kuppe
die Zunge
gleitet
sucht die Kerbe
die Lippen werden
dann weich zum Harten
lassen locker darum
übernehmen den Fall er
verschwindet
deine Hand ist
ein Kerzenhalter
kann nicht
mehr sagen
es reicht





WINTER ADÉ

Anatomie einer Trennung


„…lass das Büchlein
deinen Freund sein
wenn du aus Geschick
oder eigner Schuld
keinen höheren
finden kannst.“

(Goethe: Die Leiden des jungen Werther)




10. Januar



Ich gebe (dich) auf

Hab unseren gemeinsamen Kalender
runtergeholt von der Wand
die Termine wo F. drauf steht
deine beste Freundin
hast du wohl
mit ihm verbracht
und ihm einen
runtergeholt
vielleicht das letzte Mal
sogar am Weihnachtstag
Halleluja
muss er gejodelt haben
die Nacht bevor wir
in den Urlaub fuhren
du kamst
erst früh am Morgen
Und wie oft
bist du vorher
gekommen
Er muss ein sehr verantwortungsvoller
Mann sein
dein Lover
zerstört eine
Familie im Takt
seiner Stöße
oder hatte er es einfach
nur so bitter
nötig
Dich macht’s vielleicht an
es ihm zu machen
oder brauchst du das
zwei Männer
Wie schnell hast du dich
ihm geöffnet
nachdem du mir
verschlossen bliebst
Besorgt er
es dir oft
und gut
Ist dein kleiner Aufschrei
derselbe
bei ihm



Absolution

Wenn was in die Brüche geht
sind beide dran schuld
sagst du keck
und munter
fast angriffslustig
Woher hast du das
Doch nicht von deinem
Gewissen



Hast du nicht

Ein Quentchen
schlechtes Gewissen
Jedes Mal wenn
wir reden
selten genug
wirfst du mir vor
dass du
fremdgehst



Hast du nicht

Ein Quentchen
schlechtes Gewissen
Jedes Mal wenn
wir reden
selten genug
wirfst du mir vor
dass du
fremdgehst



Vielleicht steht alles

Schon längst fest
und die Karten sind lange
verteilt und ich
hab das Verliererblatt

Du sitzt da
undurchdringlich
mit Pokerface
wie ich es früher
besser konnte

Vielleicht sammelst du
auch schon nach
dem letzten Stich
die Karten ein



Immer wenn du

Mich abgewiesen hast
jede noch so
kleine Zärtlichkeit
dir unangenehm war
auf jeden Fall dir grad
nicht passte
hab ich mich eingekapselt
für dich unsichtbar
und mir angewöhnt
nicht mehr
zärtlich zu sein
nicht mehr nach meinen
Wünschen zu horchen
die in der Stille
grummelten
Doch wer sich selbst
zu fühlen vergisst
wie kann der
den anderen fühlen



Mitgenommen

Ein heißer Stich
helles Entsetzen plötzlich
Panikattacke
im ganzen Körper
Du hast sie mitgenommen
die Zeitung
mit zur Arbeit
machst du sonst nie

Das kann nur heißen du
suchst schon eine
Wohnung
Alles ist vorbei
Du bist also
wild entschlossen wie
kann ich dich da
noch umstimmen
wenn’s schon so
weit ist

Dann aber plötzlich
helle Erleichterung
Ich war doch vorher
am Briefkasten und
schon da
fehlte die Zeitung

Wohl dir du
Übeltäter



Ich gönne dir

Alles
aber ich gönne
auch mir
nicht das Schlechte
Wie können wir beide
was davon haben
mit links und auch die Rechte



In der Folterkammer

Die Unwissenheit
begrüßt mich und sagt
Wissen Sie mehr
wird es auch
nicht besser



Mehrwert

Das Papier
hört mir zu
und ist sogar
beeindruckt
Hinterher
bietet es mir
sogar was
zum Lesen an



Vielleicht wolltest du mir

Nur zuvorkommen mit dem Betrügen
Doch ich hatte es gar nicht vor
vielleicht wolltest du auch nur dein nacktes Vergnügen
Und ich bin der arme Tor



Letzte Hoffnung

Eigentlich ist alles
klar
vielleicht
doch nicht



Ich werde wahnsinnig

Dass ich nicht weiß wer
er ist und wie
Ist es ein Bänker
Zur Hölle mit ihnen
Ist es ein Lehrer
Schande über sie
Ich würde alle verfluchen
wenn ich wüsste einer
ist es von ihnen
Gut für sie dass
ich es nicht weiß
und für ihn



Ich mag nicht

Dran denken
Was passiert
Ist was passiert
schrecke zurück

Gefühle
zu bekommen die
ich habe
Heimlicher Feind er
Kennt meine Schwäche
Die solch Gedanken
Erzeugt
Es zehrt
Meine Kraft auf die
Ich brauche das
Alltägliche zu
Verrichten noch diesen
Tag zu
Überstehen
Du bist noch
Da
Aber schon weit
Weg
In Gedanken



Du hast

Mich bei
Dir doch du
Hast dich
Bei mir ein
Gespart



Werd ich überleben

Den Umsturz der Gefühle
Du gehst ich muss
Auch bald die Wohnung
Verlassen
Wie du jetzt wieder
In den dunklen Abend
Gehst
Wir drehen beide
Bald noch mehr
Jeden Cent
Um
Weil du deinen
Spaß wolltest mit
Einem andern
Das Kind
Teilen wir bloß
Wer
Nimmt was



Entwöhnung

Alles
zieht sich zusammen
der Bauch die Eingeweide
das Geschlecht
an Wärme an einen
sich nähernden Körper
an Sex nicht zu denken
Was ist das
mit wem
Über kurz oder lang
noch mehr Gefühle
sich
abgewöhnen



Vielleicht

Muss ich mich
gar nicht groß ändern
wie du gesagt hast
vielleicht kann ich
bleiben wie ich bin
vielleicht
war dir nie wichtig
was mir wichtig war
und gegenwärtig
vielleicht verging dir
da die Lust
vielleicht hast du das nie
verstanden
und es bekämpft
vielleicht
hab ich das nie
verstanden
vielleicht sind mir
anders als wir denken
vielleicht sind wir
anders wenn wir bedenken
wie wir uns
fühlen
vielleicht bist du einfach
auch nur ein Stück Dreck
nein Dreck das
bist du
noch
nicht



Mein Sonnenschein

Seitdem
bin ich hellhörig geworden
wenigstens mein Kind
soll wissen dass ich seinen
Wünsche lausche
sie sehe
die kleine Helligkeit
im Grau das uns umgibt



Ich hab schon viele

Gefragt wie es ihnen ergeht
das mache ich beruflich
darüber hab ich
vielleicht vergessen dich
zu fragen
weil ich mir meinen Beruf
die Art zu fragen
vom Leib halten wollte zuhause
Und immer wieder über allem
Ein großes
Vielleicht
(du schweigst)



Du redest

Nicht mit mir
Also red ich
Mit diesem Papier



Alles nur Phantasie

Dich bei mir zu haben
in einem wärmenden Bett
und näher zu rücken
immer näher
bis die Haare
zu Berge stehen
und manches mehr
vor dem was kommt
Stattdessen
alles offen
wie eine Wunde



Ich werde nicht

Erledigt sein
hoffe ich
am Ende



Eine alte Wunde

Was früher war
hast du zugedeckt
und vor dem Stillen
geschwiegen
Mauern zogst du
um dich herum
die ich
nie überwand



Trennung in der Küche

Jetzt auch
zuhause
kleinere
Brötchen



Ausflüge von Gedanken

Versuch ich festzuhalten
dass sie mich mitnehmen
aus dem
tränenreichen Tal




17. Januar



Nur eines

Nicht es
schwerfällig
erleiden
die Zwischen
Fälle meiden
und auf
Gemetzel
verzichten
mitnichten beim
Vernichten



Der Hausverwalter

Hat uns besucht
kam nur mal so
vorbei
Hatte hier gerade
was zu erledigen
Wir sprachen
vom Riss im Balkon
von
zu fällenden Bäumen
Gespenstisch
wie du dich gabst
als wäre nie
etwas passiert
Und du nicht
auf dem Absprung

Überraschend warst du
sowieso am Mittag
aus der Nacht zurück
gekehrt
zerzaust nach deiner
Flucht
Ich hatte dich
gebeten zu gehen
Seltsam wie du
dich an die
Leute hältst
die wir kennen
ein Rettungsanker
für die weiße Weste
Du sammelst schon mal
Paybackpunkte
willst weniger
bezahlen dafür
wenn
alles vorbei ist
und jeder
es weiß
Dass man sich gut
und gern
an dich erinnert
Und sie war doch so nett
Wie konnte das alles
nur passieren
An ihr kanns ja nicht
gelegen haben
dass sich ein anderer
an sie legte

Er muss
gedacht haben
alles
ganz so
wie immer
doch kürzlich verstarb
ihm überraschend
die Gefährtin
(der Arme)



Unklarheit

Quälend
ist Klarheit
tut gut



Gottlob andere

Blicken mich freundlich
an
senden Versprechen
aus der Zukunft



Ein Wurm

Kommt an gekrochen
nicht
die Tage in dem Sturm
Auch du übst da
Verzicht



Papa

Sagt mein Sohn
am Abend
als du gegangen warst
und er
nicht einschlafen konnte
Papa
sagt er
Ich hab da so ein
blödes Gefühl
Was für eins
frag ich ihn
schlimme Ahnung
und nehm ihn ganz fest
in den Arm
Ich weiß auch nicht mehr
lügt er da
hab ich schon wieder
vergessen
Und klebt
fast an mir
Ich trag ihn vorsichtig
die Treppe hoch
Dann fragt er noch
Und wo ist Mama
hingegangen
Sie trifft sich noch
mit ihrer Freundin
lüge ich
Schlaf ruhig
mein Sohn




18. Januar



Sonntag 18. Januar

Die Seuche geht
um Menschen in
Schutzanzügen
versenken getötete
Tiere in Gruben
In Bagdad achtzehn
Leiber zerfetzt
Ein Attentäter
drückt auf den Knopf
All dieses Leid
zwischen
durch



Abrechnung

Ist bei dir
die Klappe herunter
gefallen
als ich dir sagte du
müsstest auch
von deinem Verdienst
für unsre Wohnung was
abgeben
Ich alleine
schaff das nicht
mehr alles ist
teurer geworden
War das
der Grund abzurücken
von mir als ich sagte wir
müssen etwas
zusammenrücken
War es so
billig



200 kleine Zettel

Sind mein
Rückgrat darauf
steht
mein Schmerz
und geht
nicht weg
und stützt
obs nützt
unsern
Abschied
in den ich
geriet



Dein Handy

Hast du ständig an
Als erwartest du süchtig
Liebesgeklingel
Oder Gesumme
Vibratoren
Alarm wie
die Bienen
Mein Handy
schalte ich
dagegen
aus
Bin für niemanden
zu sprechen
der nicht
anruft vor allem
du



Verbotenes Wetter

Als wäre alles
in Ordnung und so
Lauter
glückliche
Menschen finden
sich da draußen
Und die Verlierer
sperren sich
ein
für alle
mal



Ich laufe

Nach draußen
um zu sehen wie
sehen glückliche
Paare aus



Alles wieder

Ich bin nicht mehr der
auf den du deine
Hoffnung setzt
und deinen Hintern
Mit dem du gemeinsam
leben willst
Warum trotzdem
diese
dämliche Hoffnung
es könnte alles
wieder werden
wie früher oder
später



Abhängen

Ich möchte nicht
Abhängig sein
Wie ich mich fühl
Von dir
Bloß wie
Stell ich
Es an den
Kopf hab
ich noch nicht
erfunden



Lesart

Wer
eigentlich
hilft dir
bei der
Interpretation
unserer
Ehe ihr
Scheitern
zu sehen
Er



Mich schreckt

Deine
Entschiedenheit
Als hättest du lange schon
diesen Plan mich
zu verlassen



Wie soll ich meinem Sohn

Hoffnung machen
dass es ein gutes
Leben gibt
Was erzähle ich ihm
für Geschichten
dass es sich
nicht selbst zerstört



Ungläubig

Mittlerweile
glaube ich
alles



Harmonisch

Außen
die Kälte
Innen
die Kälte
Wie Eis
Festgefroren
Aneinander das
passt



Abgeschminkt

Berührt werden
von dir
hab ich mir
abgeschminkt
Meine Liebe sagst du
die dir winkt
sei dick aufgetragen
in diesen Tagen nur
diese Maske
wolltest du nicht
mehr sehen
kann ich
verstehen
wenn das
alles
so wäre



Ich nehme nichts

Zu mir
außer zu Herzen
Und nehme dabei
ab
Das Herz verzehrt
viel



Mundgeruch

Ich esse
zu wenig
Mein Magen
verdaut
mich es stinkt
mir zum Halse
die Sorgen
von morgen



Wenigstens

Noch ein
ästhetisches Gebilde
hinkriegen aus
all der
Zerstörung






Herbst
© www.sexliebegeld.net
Liebe